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Musik war sein Leben

Nachruf – Der Griesheimer Schul- und Chorleiter Gustl Gromes stirbt mit 84 Jahren

Gustl Gromes. Mit der Bratsche wird der verstorbene Musiker vielen in Erinnerung bleiben. Foto: Gudrun Hausl
Gustl Gromes. Mit der Bratsche wird der verstorbene Musiker vielen in Erinnerung bleiben. Foto: Gudrun Hausl
Die Musik war sein Leben, und sein Leben war Musik. Am 28. Dezember verstarb in Griesheim Gustl Gromes, Rektor in Ruhe, unerwartet im Alter von 84 Jahren.
GRIESHEIM.


Das Leben von Gustl Gromes war von der Musik geprägt. Ob als Bratschist in verschiedenen Orchestern, als Lehrer, Ausbilder und späterer Rektor an der Darmstädter Heinrich-Heine-Schule oder als musikalischer Leiter der Adalbert-Stifter-Gruppe, des Katholischen Kirchenchores und des Seniorenchors des Sportvereins St. Stephan, die Musik war neben seiner Familie das Wichtigste in seinem Leben.
Wenn Gustl Gromes den Bogen in die Hand nahm und damit nicht nur die Saiten der Bratsche, sondern auch die Seele zum Klingen brachte, stand die Zeit still. Gleiches galt für den Dirigenten Gromes, der das lyrische Singen bevorzugte. „Man kann singend beten“, schwärmte er einmal. Vor allem sein liebstes Kind, der Kirchenchor, den er 1952 mit Adam Schultz gründete und von 1966 bis 2002 leitete, hatte dieses Wesen angenommen. Unvergessen sind die zahlreichen Adventskonzerte, in denen der Chor mit seinen eindrucksvollen und mit viel Gefühl vorgetragenen Liedern die Herzen der Zuhörer erwärmte.
Über die Aktivitäten als Instrumentalist und Chorleiter hinaus beschäftigte sich Gustl Gromes stets auch mit eigenen Kompositionen. Beispielsweise schrieb er für seine Schüler variantenreiche Musik, die zu besonderen Symphonien hinführten und alle Chor- und Instrumentalsätze für die von ihm und seiner Schwester Burgl 1949 gegründeten Adalbert-Stifter-Gruppe.
So machte der Sudetendeutsche über 300 aus dem Osten stammende Volkslieder zu Chorliedern. Immer voller Tatendrang und Ideen fing Gustl Gromes eines Tages an, Gedichte des Humoristen Eugen Roth zu vertonen, was ihm im Jahr 2000 einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde einbrachte. „Ob ich im Wartezimmer sitze oder am Steuer meines Wagens, immer fallen mir Melodien ein“, gestand Gromes einmal schmunzelnd. Sie alle wurden sorgfältig gesammelt, abgeheftet und bei Bedarf verschenkt.
So gerne er sich in das Reich der Musik vertiefte und gleichsam abtauchte, so gerne hob er manchmal auch ab und zwar hoch in die Luft.
Von den Luftansichten Griesheims überwältigt, war er oft mit den Hessenfliegern unterwegs, um zu fotografieren und damit auch den Fortschritt zu dokumentieren. Kein Wunder, dass eine Luftaufnahme auch seine 1989 herausgegebene Chronik vom Griesheimer Sand ziert. Gustl Gromes wird am Freitag (4.), 13 Uhr, auf dem Friedhof in Griesheim beigesetzt.

 

Artikel Text Laenge: 2342

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  • 02. Januar 2013
  • Von hau
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