Im Fall des verhungerten Jungen Marcel hat seine 30 Jahre alte Mutter vor dem Landgericht Mannheim ihr Versagen eingeräumt. In einer Erklärung, die ihr Verteidiger am Freitag verlas, gab die Frau an, als Mutter versagt zu haben. Sie bedauerte darin ihr „Fehlverhalten zutiefst“. Sie habe die Qualen ihres behinderten Kindes nicht länger ertragen können. „Sie hat schlicht und ergreifend die Augen vor der Wahrheit verschlossen“, betonte ihr Verteidiger. Die Anklage lautet auf Verdacht des Totschlags sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen.
Der Neunjährige litt an einer unheilbaren Erbkrankheit und war seit 2009 taub und blind und konnte nicht mehr laufen. Der Amtsarzt hatte das Kind 2010 verwahrlost und unterernährt in der Wohnung gefunden. Es starb einige Wochen später in einer Klinik.
Die Dreißigjährige erklärte über ihren Verteidiger zudem, sie sei mit der Situation überfordert gewesen. Sie habe dem behinderten Jungen nicht gerecht werden können. Sie habe Angst gehabt, dass die Behörden ihr den Jungen wegnehmen könnten. „Ich habe einen schwerwiegenden Fehler gemacht.“
Neunjähriger verhungert: Mutter räumt Versagen ein
MANNHEIM.
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