E-Paper | Apps | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 

Starke Lobby für Lebensqualität

Umwelt: Verein für die Erhaltung des Naturerbes Vöckelsbacher Tal stellt sich vor – 60 Mitglieder in kurzer Zeit

VÖCKELSBACH. In Vöckelsbach haben vier Alteingesessenen – Horst Dörsam, Jürgen Knapp, Petra Lobmüller und Markus Tesarz - und vier Zugezogenen–
VÖCKELSBACH. In Vöckelsbach haben vier Alteingesessenen – Horst Dörsam, Jürgen Knapp, Petra Lobmüller und Markus Tesarz - und vier Zugezogenen– Birgit Hilbert, Peter Hölzel, Ulrich Löwe und Constanze Pienkny - den Verein für die Erhaltung des Naturerbes Vöckelsbacher Tal im Geo-Naturpark Odenwald-Bergstraße gegründet. Ihr Anliegen ist es, die Lebensqualität im Tal und im Dorf zu bewahren und die Bedrohung für das Landschaftsbild und die Natur – die mögliche zukünftige Erweiterung des Steinbruchs Mackenheim – zu verhindern. Der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Löwe schilderte, dass ihm die Idee zum Verein im Februar bei einer Versammlung in Vöckelsbach zur Steinbruchsituation gekommen sei. In Anlehnung an die Bürgerinitiative in Weinheim wollen die Vereinsmitglieder viele Menschen erreichen und eine starke Lobby für das Vöckelsbacher Tal werden. Ohne große Werbung meist nur durch das Weitererzählen ist der Verein bereits auf sechzig Mitglieder angewachsen. Die Vereinsvorsitzende von den örtlichen Vereinen sind genauso mit dabei wie Gäste, die gern im Tal und über die Hügel wandern.

Löwe erläutert zu der Problematik, dass der südliche Teil des Vöckelsbacher Tal zu Abtsteinach gehört, und einige Bauern in der Vergangenheit ihr Land bereits an den Steinbruchbetreiber, die Porphyrwerke Weinheim Schriesheim AG (PWS), verkauft haben. Er führte aus, dass das jetzige Abbaugebiet viel Abraum und wenig Gestein berge und schnell erschöpft sein werde. Der Verein hege daher die Befürchtung, dass der Steinbruch im südlichen Teil des Vöckelsbacher Tals über die Kammlinie hinweg erweitert werden soll. Dort seien viele Gesteinschichten vorhanden. „Das will der Verein verhindern, indem er politisches Gewicht durch eine hohe Mitgliederzahl demonstriert“, sagt Löwe.

Constanze Pienkny fordert ganz klar, dass „das Vöckelsbacher Tal soll für Steinbrucherweiterungen unantastbar bleiben soll“. Die Tatsache, dass bei dem Mediationsverfahren mit der Gemeinde Mörlenbach nichts beschlossen wurde, das eine Erweiterung des Steinbruchs über die Kammlinie ins Vöckelsbacher Tal hinein verhindert, sei Knackpunkt für ihre Engagement und die Dorfsolidarität, stellte Löwe klar. Er betonte, der Verein sei speziell auf das Tal ausgerichtet, trete allen Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und der Schönheit des Tales entgegen. Der Verein grenzt sich von dem Vorgehen der Bürgerinitiativen in Weiher und Mackenheim ab. Von letzterer, der BISS-Bürgerinitiative Steinbruch-Stop, sei, so Löwe, wenig zu hören.

Der Verein für die Erhaltung des Naturerbes will eine freundliche Kommunikation pflegen und baut auf den breiten Konsens in der Bevölkerung. „Wir sind gewillt, das Tal an sich und langfristig zu schützen. Wir wollen eine Lobby auch für zukünftige Generationen sein“, fasste Löwe die Vereinsziele zusammen. Der Verein wird Akzente mit Veranstaltungen, Naturerkundungen und Aktionen zum Schutz des Vöckelsbacher Tals setzen. Vom Erhalt der Kammlinie hänge die Existenz etwa von Horst Dörsam ab, erklärte Löwe.

Von dem massiven Erschütterungen durch die Sprengungen sind bereits viele Anwohner betroffen. Schäden lassen sich an den Hauswänden an der Bausubstanz erkennen. „Wenn die Kirchenglocken läuten oder es gewittert, wird meistens gesprengt, damit die Gewalt der Sprengungen nicht so auffällt“, ergänzte Pienkny. Ein weiteres Thema, das der Verein kritisch verfolgt, sind die Uranvererzungen des Gesteins. Löwe behauptete, Indizien sprechen dafür, dass es im Abbaugebiet gangartige Uranvererzungen gebe und beim Abbau radioaktiver Feinstaub entstehe. In welchem Maße Vöckelsbach davon belastet sei, sei unklar.

Vor ein paar Tagen, freute sich Löwe, habe Petra Lobmüller die Webseite des Vereins fertig gestellt. In den nächsten Wochen will der Verein einen Rundbrief an die Vöckelsbacher Bevölkerung versenden und alle Interessierte über eine Rundmail informieren. Alle sind zum Gründungsfest am 3. Oktober ab 15 Uhr eingeladen. Neben leckeren Speisen wird es ein kulturelles Programm mit Chören aus der Region und weiteren Musikdarbietungen geben. Über das detaillierte Programm wird zeitnah berichtet werden.

 

Artikel Text Laenge: 4216

ANZEIGE
KOMMENTARE
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
KOMMENTAR SCHREIBEN:
 
Um einen Artikel zu kommentieren, müssen Sie sich bitte einmalig registrieren.

Kommentar schreiben als:
| Registrierter Nutzer | Noch nicht registrierter Nutzer |

 
  • 20. August 2009
  • Von Brigitta Schilk
x Artikel verlinken

Wenn Sie auf diesen Artikel von echo-online.de verlinken möchten, können Sie einfach und kostenlos folgenden HTML-Code in Ihre Internetseite einbinden:

Bitte beachten Sie unsere AGB, die Datenschutzerklärung und das Impressum. Sämtliche Rechte für Artikel liegen bei der Echo Medien GmbH. Beiträge dürfen als Textkopie, Pdf-Datei oder Bild-Scan nur nach Absprache in das Layout anderer Seiten eingebunden werden.

 
SCHON GESEHEN?
 
 
ANZEIGE