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Dreiklang der Natur

Nibelungensteig: Wanderweg durchs Ried als willkommene Anbindung - Am Freitag Übergabe vor der Lorscher Königshalle

Mit einer dritten, von Worms nach Zwingenberg führenden Etappe ist der Nibelungensteig nun um einen weiteren attraktiven Wanderweg ergänzt worden. Bei der Übergabe am Freitag in Lorsch klang aus allen Grußworten Freude darüber durch, dass auf der mit dem Zertifikat ,,Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichneten Route die gesamte landschaftliche Vielfalt des Kreises Bergstraße erlebbar wird.
KREIS BERGSTRASSE.
Historische Kulisse: An der Torhalle in Lorsch wurden am Freitag bei einem kleinen Festakt Zubringerwege für den Nibelungensteig vorgestellt. Mit diesen Wegen summiert sich die Strecke jetzt auf 157 Kilometern von Worms bis nach Freudenberg am Main. Der Lorscher Bürgermeister Klaus Jäger begrüßte die Gäste mit diversen Königinnen aus dem Kreisgebiet. Foto: Karl-Heinz Köppner

Mit einer dritten, von Worms nach Zwingenberg führenden Etappe ist der Nibelungensteig nun um einen weiteren attraktiven Wanderweg ergänzt worden. Bei der Übergabe am Freitag in Lorsch klang aus allen Grußworten Freude darüber durch, dass auf der mit dem Zertifikat ,,Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" ausgezeichneten Route die gesamte landschaftliche Vielfalt des Kreises Bergstraße erlebbar wird. Findige Reisejournalisten haben dafür den Begriff ,,Dreiklang der Natur" geprägt - und lagen damit goldrichtig.

Die Hügel und Täler des Odenwaldes, die Bergstraße mit dem über Zwingenberg thronenden Melibokus sowie die Tiefebene des südhessischen Rieds bieten viele ebenso reizvolle wie kulturhistorisch bedeutende Anlaufpunkte. Wobei der Begriff Steig für den gestern übergebenen Abschnitt nicht mehr ganz zutrifft. Im offiziellen Sprachgebrauch ist folglich nur von einem ,,Nibelungenwanderweg" die Rede. Immerhin bietet sich Marschierern auf ihm die Möglichkeit, sich warmzulaufen, bevor sie bei Zwingenberg die Höhen des Odenwaldes erklimmen.

Dass sowohl der Nibelungensteig als auch -wanderweg um Heppenheim einen Bogen schlagen, wird nur eingefleischte Lokalpatrioten stören, die den einzig wahren Siegfriedbrunnen am Ende der Mozartstraße wähnen. Über die Frage, wo der Sagenheld meuchlings ermordet wurde, machen sich Wanderer hingegen weniger Gedanken. Entscheidend ist für sie die Begegnung mit Land und Leuten.

Zunehmende Nachfragen bei der Tourismusmarketing GmbH des Kreises Bergstraße sind ein untrügliches Indiz dafür, dass es der Nibelungensteig binnen kürzester Zeit zu großer Bekanntheit gebracht hat. Der erste Abschnitt von Zwingenberg nach Grasellenbach war im Oktober 2008, der zweite bis nach Freudenberg am Main (Main-Tauber-Kreis) im April dieses Jahres seiner Bestimmung übergeben worden. Rechnet man den 33 Kilometer langen Wanderweg durchs Ried hinzu, dann weist der Nibelungensteig nun eine Gesamtlänge von 157 Kilometern aus.

Gerade so, als ob sie sich mitfreuen würde, blinzelte für wenige Augenblicke die Sonne durch die Wolken, als der Wanderweg am Freitag eröffnet wurde. Die Lorscher Königshalle bot für den Übergabeakt auch deshalb den geeigneten Rahmen, weil die Klosterstadt in der Nibelungenhandschrift C Erwähnung findet. Folglich blieb es Bürgermeister Klaus Jäger (CDU) vorbehalten, die Gäste willkommen zu heißen. Grußworte an die Festversammlung richteten außerdem namens des Odenwaldklubs (OWK) Norbert Hofmann und für den Kreis Bergstraße Landrat Matthias Wilkes (CDU).

Der Landrat war nicht mit leeren Händen gekommen. Der bei ihm eingetroffene Bewilligungsbescheid aus Brüssel für die Ausbildung zwanzig zusätzlicher Naturpark-Ranger löste ungeteilten Beifall aus. Eingerahmt wurde Wilkes von Damen, für die er offenbar eine besondere Affinität hat: alles gekrönte Häupter. Vertreten waren die Bergsträßer Weinkönigin Annika Büchler, die Lampertheimer Spargelkönigin Julia Einsiedel sowie die Odenwälder Apfelkönigin Melanie Wolk mit ihren Prinzessinnen Miriam Rosenberger und Nadja Clemens. Da passte es prima ins Bild, dass Minnesänger Knud Seckel nicht nur ein Hohelied auf Edelmänner und andere Figuren aus der Nibelungensage, sondern im Besonderen auf ,,schöne Maiden" anstimmte.
Fest mit Musik: Minnesänger Knud Seckel unterhielt die Gäste beim Festakt am Freitag in Lorsch. Foto: Karl-Heinz Köppner

Angestoßen auf das Ereignis wurde mit einem Glas Sekt, zu dem Lorscher Welschbrot offeriert wurde. Wer Lust und Laune dazu verspürte, konnte sich nach der Feier auf bereitgestellte Stahlrösser schwingen und einen Teil der Zubringerwege per Pedaltritt erkunden. Die Radroute Süd führt über Rosengarten, Bürstadt, Lorsch und Bensheim, die Route Nord zunächst am Rhein entlang zum Steiner Wald und nach dem Passieren von Groß-Rohrheim durch den Jägersburger Wald nach Zwingenberg.

Der Nibelungenwanderweg als Anbindung zum Steig führt von Worms zunächst entlang der Maulbeeraue und zweigt dann nach Osten in den Lampertheimer Stadtteil Hofheim ab. Weiter geht es nach Biblis und von dort aus in nord-östlicher Richtung durch den Jägersburger Wald. Anschließend führt der Weg über Langwaden und Fehlheim nach Auerbach. Bei Zwingenberg stoßen Nibelungenwanderweg und Nibelungensteig zusammen.


 

Artikel Text Laenge: 4159

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  • 22. Mai 2010
  • Von fk
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