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Draisine auf der Zielgeraden in Wald-Michelbach

Tourismus – Freizeitgelände am Wald-Michelbacher Bahnhof eingeweiht – Erstes Fahrzeug aus Serienproduktion fertig

Großer Bahnhof für die Draisine. Landrat Matthias Wilkes (Mitte) nutzte die Fertigstellung des Freizeitgeländes am Bahnhof in Wald-Michelbach um die Draisine vorzustellen, die ab 18 August. Insbesondere die Überwaldgemeinden hoffen auf eine weitere Belebung des Tourismus durch das Projekt. Links im Bild ist der Abtsteinacher Bürgermeister Rolf Reinhard, rechts der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Gottfried Schneider, links daneben der Kreistagsvorsitzende Werner Breitwieser. Foto: Karl-Heinz Köppner
Großer Bahnhof für die Draisine. Landrat Matthias Wilkes (Mitte) nutzte die Fertigstellung des Freizeitgeländes am Bahnhof in Wald-Michelbach um die Draisine vorzustellen, die ab 18 August. Insbesondere die Überwaldgemeinden hoffen auf eine weitere Belebung des Tourismus durch das Projekt. Links im Bild ist der Abtsteinacher Bürgermeister Rolf Reinhard, rechts der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Gottfried Schneider, links daneben der Kreistagsvorsitzende Werner Breitwieser. Foto: Karl-Heinz Köppner
Am Bahnhof in Wald-Michelbach wurden am Samstag das neu gestaltete Freizeitgelände und das erste Fahrzeug aus der Serienproduktion der Solardraisine vorgestellt. Ab 18. August soll die Bahn, die hauptsächlich mit Muskelkraft und Solarenergie betrieben wird, auf der elf Kilometer langen Überwaldbahn fahren.
WALD-MICHELBACH.

Der Bahnhof „war noch nie so schön wie heute“, lobte Matthias Wilkes die Arbeit in Wald-Michelbach. Der Landrat war offensichtlich guter Laune. Kein Wunder, konnte er doch am vergangenen Samstag bei strahlendem Sonnenschein das erste Modell aus der Serienproduktion der Solardraisine einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Zuvor war bereits mehrfach ein Prototyp, beispielsweise beim Reisemarkt Rhein-Neckar-Pfalz in Mannheim gezeigt worden. Viele Menschen waren gekommen, um das neu gestaltete Gelände und natürlich das Schienenfahrzeug zu begutachten. Auch die politische Lokalprominenz sowie die Apfelhoheiten waren dabei.

Zusammen mit den Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden enthüllte Wilkes das Gefährt. Das „Nibelungen-Duo“, das schon zuvor mit seinen Melodien für Stimmung gesorgt hatte, stimmte passend dazu das „Draisinenlied“ an.

Noch viel zu tun bis zum Start am 18. August

Am 18. August soll es nun mit den Fahrten losgehen. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Neben der technischen Zulassung und dem Marketing muss noch das Buchungssystem in Gang gebracht werden. Doch Wilkes zeigte sich auf der Zielgeraden optimistisch und wiederholte seine in den letzten Jahren oft belächelte Prophezeiung: „Es wird Schwarzmarktpreise für Fahrkarten geben“. Denn viele würden anfangs bei der zu erwartenden Nachfrage gar keine Karte erhalten. Schon jetzt vergehe kein Tag ohne Buchungsanfragen.

Wilkes hob in seiner Ansprache hervor, dass die Draisinenbahn wichtig für den Erhalt der historischen Strecke gewesen sei. Die 110 Jahre alte Trasse sei ein „Meisterwerk der Industriekultur“ und stehe komplett unter Denkmalschutz. Vor 30 Jahren ist der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt worden, eine Zeit lang wurden noch Güter transportiert; 1994 fuhr der letzte Güterzug. Danach wurde die Trasse dem Verfall überlassen. Bäume wucherten im Gleisbett. Die Tunnel waren so marode, dass die Bahn sie zumauern lassen wollte.

Die Trasse zu retten und für die Draisine zu nutzen sei ein „parteiübergreifender, nicht einfacher Entscheidungsprozess“ gewesen, erklärte Wilkes. Er sieht die Chance, dass auf der Strecke später ein normaler öffentlicher Personenverkehr möglich ist. Der Landrat hob hervor, dass die Hälfte der Kosten für die Draisinenstrecke, rund drei Millionen, aus EU-Fördermitteln stammten. „Dagegen haben wir ja auch nichts!“ Er stellte als „Dreamteam“ die beiden neuen Geschäftsführer Christina Stoll und Karl-Heinz Holub vor. Die 28 Jahre alte Stoll hatte bisher den Fachbereich Bürgerservice und Projektmanagement im Landratsamt geleitet und übernimmt nun die kaufmännische Seite des Draisinenprojektes. Holub (64) dagegen ist, so Wilkes, „einer der großen Männer des Straßenbahnwesens“ und kümmert sich um die Technik. Holub war fast 25 Jahre Geschäftsführer von Heag Mobilo in Darmstadt.

Ebenfalls dankte Wilkes dem Seniorchef der Firma Mühlhäuser aus Michelstadt, die die Draisinen produziert. Er sei froh, so Wilkes, dass bei der europaweiten Ausschreibung eine Odenwälder Firma den Zuschlag erhalten habe.

Ein Rundgang über das Bahnhofsgelände zeigt: Wenn die Draisinenbahn im August startet, wird sie einen attraktiven Zielbahnhof vorfinden. Neben Sitzmöglichkeit und einem Spielplatz mit Balancier- und Spielgeräten können die Besucher auch eine Runde auf dem Erlebnispfad drehen. Dieser ist besonders barfuß und mit geschlossenen Augen eine interessante Erfahrung für die Sinne. Eine Sonnenuhr misst, passend zur Solardraisine, ohne Energieverbrauch die Zeit. In der ehemaligen Schreinerhalle wurden alte Fotos der Überwaldbahn, aber auch Informationen über die Sanierung des Geländes ausgestellt. Später könnte hier einmal ein Restaurant auf hungrige Draisinenfahrer warten.

Die Sanierung des Geländes war 2008 durch das hessische Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ ermöglicht worden. Wald-Michelbach und Grasellenbach hatten sich gemeinsam erfolgreich dafür beworben. Weitere große Projekte in diesem Programm unter Leitung von NH ProjektStadt waren und sind die Rudi-Wünzer-Halle in Wald-Michelbach sowie die Ortskernsanierung von Hammelbach.

 

Artikel Text Laenge: 4194

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  • 09. Juni 2013
  • Von kag
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