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Ausfahrt rund um die Starkenburg

Oldtimer – Adler-Motor-Veteranen-Club kommt zum Jahrestreffen nach Heppenheim – Beiträge für Programmheft gesucht

Sehenswerter Oldtimer: Eine Limousine „Adler Favorit“, Vierzylinder, aus dem Jahr 1931 mit 35 PS. Foto: Adler-Motor-Veteranen-Club
Sehenswerter Oldtimer: Eine Limousine „Adler Favorit“, Vierzylinder, aus dem Jahr 1931 mit 35 PS. Foto: Adler-Motor-Veteranen-Club
Heppenheim ist dieses Jahr Austragungsort für das Treffen des Adler-Motor-Veteranen-Clubs. Die Mitglieder treffen sich am 2. August (Freitag) im Bruchsee-Hotel zur Mitgliederversammlung. Am 3. August (Samstag) ist eine touristische Ausfahrt „Rund um die Starkenburg“ geplant. Für die Gestaltung des Programmhefts werden noch Beiträge aus der Region gesucht.
HEPPENHEIM.


Die touristische Ausfahrt „Rund um die Starkenburg“ soll am 3. August (Samstag) auf malerischen Strecken durch die Umgebung von Heppenheim führen, wie die Veranstalter vom Adler-Motor-Veteranen-Club schreiben. Die Fahrzeuge sollen auch die Heppenheimer Stadtkirchweih passieren und dort vorgestellt werden. Anschließend werden die alten Schätzchen im Sparkassen-Garten ausgestellt. Ihre Besitzer stehen bereit, um Fragen zu beantworten. Für die Veranstaltung werde zudem ein Programmheft aufgelegt, für dessen Gestaltung die Leser aufgerufen sind, mitzuwirken.

Kontakt

Wer Geschichten und Fotos über Produkte der Adlerwerke hat, wird gebeten, sich bei Christian Rioth in Heppenheim zu melden, Telefon 06252 982727. Internet: www.adler-veteranen.de.

Der Adler-Motor-Veteranen-Club setze das Erbe der ehemaligen Adlerwerke aus Frankfurt am Main fort, indem er sich dem Erhalt dieses alten technischen Kulturgutes verpflichtet und die Erinnerung an die einst große Marke aufrecht hält. Der Verein habe sich zum Ziel gesetzt, jungen Bürgern eine Vorstellung davon zu geben, wie Generationen vor ihnen die Menschen unterwegs waren.

Die Adlerwerke waren einst eine Firma mit Weltruf aus Frankfurt, die in ihren Glanzzeiten neben Schreibmaschinen, Fahrrädern und Motorrädern auch Automobile herstellte. Der Gründer Heinrich Kleyer habe früh erkannt, welches Potenzial die durch Technik unterstützte Fortbewegung barg. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden Adler-Automobile produziert, Motorräder und Fahrräder bis Ende der fünfziger Jahre.

Heinrich Kleyer gründete 1880 in Frankfurt zunächst eine Fahrradhandlung. Zuvor war er im Auftrag seines Schwiegervaters Biernatzki als Handlungsreisender in den Vereinigten Staaten. Ein Hochradrennen in Boston hinterließ bei ihm wegen der erreichten Geschwindigkeit einen gewaltigen Eindruck. Er stieg aus dem Betrieb des Schwiegervaters aus und gründete in der Frankfurter Bethmannstraße ein allgemeines Maschinengeschäft, das neben zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen auch Fahrräder unter der eigenen Marke „Herald-Bicycle“ führte. Die Räder bezog er zunächst aus Amerika und England.

Bald baute er eine eigene Produktion auf. Zugute kam ihm, dass mittlerweile das sogenannte Safety Bike oder Niederrad erfunden worden war – eine Radform, wie sie heute noch verwendet wird. Hochradfahren galt als gefährlich und verlangte großes Können. Trotz des Niederrads war das Radfahren in dieser Zeit alles andere als gesellschaftlich akzeptiert. Fahrradfahrer litten unter unbefestigten, staubigen Wegen, und sahen sich immer wieder schimpfenden Bürgern und scheuenden Pferden ausgesetzt.

Fahrradsaal im Dachgeschoss der Fabrik

Um Fahrradfahren fern von spöttischen Blicken lernen zu können, hatte Kleyer im Dachgeschoss seiner in der Gutleutstraße neu erbauten Fabrik einen über die gesamte Grundfläche reichenden Fahrradsaal eingerichtet. Später wurde das sogenannte Velodrom in der gleichen Straße gebaut. Kleyer versuchte, die Verbreitung des Fahrrads mit unkonventionellen Mitteln voranzutreiben. So fuhr er durch die für Fahrradfahrer gesperrte Frankfurter Innenstadt und ließ sich anschließend von der Polizei festnehmen. Zwei Tage später hatte er die Polizisten von dem Vorteil des Rads überzeugt und begann diese im Radfahren zu schulen. Diese hatten damit einen Vorteil gegenüber Dieben und anderen Kriminellen, die zu Fuß zu flüchten versuchten.

Die Verbreitung des Fahrrads schlug sich auch in den Umsatzzahlen der Firma nieder. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichten die seit 1895 in die Aktiengesellschaft „Adler Fahrradwerke vorm. Heinrich Kleyer“ umgewandelten Werke 1898 mit fast fünf Millionen Reichsmark Umsatz. Im gleichen Jahr wurde das hundertausendste Rad hergestellt. Doch Kleyer beobachtete auch die Entwicklung motorisierter Vehikel. Carl Benz orderte bei ihm große, stabile Radreifen, die er für sein Motor-Vehikel einsetzen wollte. Kleyer legte mit dem Bau von stabilen Dreirädern den Grundstein, um die Produktpalette zu erweitern.

Für das Programmheft zum Adlertreffen in Heppenheim soll die Beziehung der Werke zu Heppenheim und der Region dokumentiert werden. Die Veranstalter rufen Menschen, die mit den Produkten der Adlerwerke in Kontakt gekommen sind, dazu auf, diese Geschichte für das Programmheft zu erzählen, vielleicht mit alten Fotos dazu.

 

Artikel Text Laenge: 4387

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  • 24. April 2013
  • Von e
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