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Mit 66 so jung wie nie zuvor

Fastnacht – Turngemeinde Biblis mit neuem Sitzungspräsidenten und neuem Protokoller

Die Turngemeinde Biblis (TG) feiert seit 66 Jahren Fastnacht. Zum närrischen Jubiläum gab es viele Neuerungen, die beim Publikum gut ankamen.
BIBLIS.
An der Route 66: Die Tanzgruppe Freestyle auf der Bühne der Turngemeinde Biblis. Foto: Jürgen Strieder
An der Route 66: Die Tanzgruppe Freestyle auf der Bühne der Turngemeinde Biblis. Foto: Jürgen Strieder


Öfter mal was Neues, dachten sich die Karnevalisten der Turngemeinde Biblis (TG) und tauschten den Sitzungspräsidenten aus, gaben dem „Protokoller“ ein neues Gesicht und begeisterten eine junge Nachwuchs-Büttenrednerin, in die „Erwachsenenrunde“ einzusteigen.
Im 66. Jubiläumsjahr der Biwwelser Narren ist der frische Wind gut gelungen. Was blieb waren Qualität, Einfallsreichtum und der Spaß am Klamauk. Nicht zu vergessen der wiederbelebte „Zündstofforden“, der ein passendes „Gesicht“ erhielt.
An zwei Sitzungsabenden meldete die TG: „Volles Haus.“ Dauerbrenner und Lachgarant Hardy Baum hat sich mit einem tränenden Auge von seinem Kumpel und närrischen Mitstreiter Jürgen Schmidt getrennt – der wurde Sitzungspräsident. Baum holte sich etwas Junges, Weibliches an seine Seite. Das war es wohl, was auch dem Publikum gefiel.
Als Poet mit Kulturdezernentin (Fanny Lorek) und im Schlussspiel „The Voice of Biwwels“ als Udo Jürgens bewies das Paradepferd des Bibliser Karneval, was er kann. Kein Wunder, dass die Ode ans Huhn – „S’Hähnsche“ aus dem Jahr 2010 und dem Gag um die Köche „Laber und Dichter“ als Zugabe mehrfach gefordert wurde.
Zu gern gesehenen Gästen auf der TG-Bühne zählen Christiane Müller und Martina Hüter. Als Putzfrauen nach der 1175-Jahr-Feier laborierten beide mit flotten Sprüchen über hintergründiges Ortsgeschehen, Meinungen der Jubiläumsgäste und allgemeine Unstimmigkeiten.
Ins Gericht mit ihrem „Alt-Rocker“-Vater (Norbert Linn) ging Fabienne Hüter, die sich als festes Mitglied der Erwachsenen-Faschingscrew etabliert hat. Versiert formuliert hebelte sich zum Spaß der Zuhörer jedes seiner Argumente für die „gute alte Zeit“ aus.
Linn war auch der „Neue“ für das politisch gefärbte Protokoll zum Start in beide Sitzungen. Als Bibliser Kerwevadder seit Jahren darin verwurzelt, den Blick auf Unstimmigkeiten im Ort zu richten und die in Reime zu verpacken, wagte er sich zum ersten Mal ans weltweite Geschehen. Vom „guttenbergen“, vom „wulffen“, von der Eurokrise, von Berlusconi lamentierte er mit elegantem Wortwitz.

Ans Motto angepasst legte die TG-Garde in American-Diners-Manier eine Fast-Food-Choreografie auf die Bühne. Die Bachdammsänger vom Gesangverein Liederkranz trällerten ihre hintergründigen Stimmungslieder, und Patrick Embach unterhielt mit Matthias Vormehr zwischen den Nummern und am Schluss zum Tanz.
Über das Gesamtgeschehen wachte erstmals Jürgen Schmidt als neuer Präsident. Mit lachendem Gesicht und gereimten Worten trieb er sie an die Narrenkonsorten, hängte Orden um, gab Küsschen und behielt die Fäden in der Hand.
Sei es in Ornat mit Narrenhut oder als Rockerchef der „Hells Bengels Biwwels“, der Kostümierung nah am Motto „Route 66“, auf der sich Veteranen und Youngsters der Bibliser TG-Faschingsszene präsentierten. Schmidt machte eine gute Figur. Die Abteilung Altrocker im Programm füllten dabei „Dschubuja“ mit persiflierendem Leben: Die vier musikalischen Zeigefingerheber griffen tief in die Songkiste und zauberten mit eingedeutschten Texten so manche erstaunte Miene ins durchweg fantasievoll verkleidete Publikum. Ihre Eigenkreations-Hymne „Iwwer de Bergstrooß“ erklang zum Ende, wobei das Auditorium stand und den auf der Bühne der versammelten 60 Aktiven und 30 Helfern beim Finale an beiden Abenden zujubelte.

 

Artikel Text Laenge: 3488

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  • 20. Februar 2012
  • Von Sabine Weidner
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