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Droht am 21. Dezember 2012 der Weltuntergang? Im Katastrophenfilm „2012“ von Roland Emmerich passiert genau das. Der am Donnerstag startende Actionreißer spielt auf ein Datum an, das angeblich den Endpunkt des Maya-Kalenders beschreibt. Priester des mittelamerikanischen Urvolks sollen in diesem Zusammenhang das Ende der Welt prophezeit haben, das mit einer seltenen Planetenkonstellation einhergeht und etwas mit einem Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie zu tun hat. Dies soll auf der Erde einen Polsprung auslösen, der zu extremen Erdmantel-Verschiebungen mit katastrophalen Erdbeben und Überschwemmungen führen würde. Was ist davon zu halten?Die Existenz des Schwarzen Lochs bestätigt Rainer Kresken, Mitarbeiter des Europäischen Raumfahrtkontrollzentrums in Darmstadt (Esoc) und Astronom auf der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim: „Ein extrem massives Objekt, dessen Schwerkraft sich auf die Himmelskörper in der Nähe auswirkt“, erklärt er auf ECHO-Anfrage. Die Erde sei allerdings zu weit davon entfernt, um in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Die Planetenkonstellation, bei der die Erde exakt auf einer Linie mit der Sonne und dem Zentrum der Milchstraße liegt, hat laut Kresken keinen Seltenheitswert: „Das kommt jedes Jahr vor.“ Allerdings falle das Phänomen 2012 mit dem Ende des Präzessionszyklus der Erde zusammen, was nur zirka alle 25 800 Jahre passiere: „Eine Folge davon, dass die Erdachse kreiselt“, so Kresken. Weil die Erde keine perfekte Kugelform hat, bewirken die Anziehungskräfte von Sonne und Mond den Kreiseleffekt der Erdachse. Apokalyptiker befürchten dadurch eine Feldeffekt-Umkehrung, die den magnetischen Fluss der Erde in die Gegenrichtung dreht, die Ausrichtung des Nord- und Südpols ändert sowie dadurch extreme Erdmantelbewegungen auslöst. „Ein Massensterben auf der Erde hat es deswegen aber noch nie gegeben“, beschwichtigt der Wissenschaftler. Auch Stephan Kempe, Professor für Allgemeine Geologie am Institut für Angewandte Geowissenschaften der Technischen Universität Darmstadt (TU), gibt Entwarnung: „Ungefähr 174 000 Mal hätte die Erde bisher untergehen können. Bekanntermaßen ist dies aber nicht passiert.“ Zwar sei vor 25 800 Jahren der Höhepunkt der Eiszeit gewesen, „allerdings war die Eiszeit einige tausend Jahre lang, also nicht durch die galaktische Konstellation verursacht“, so Kempe dem ECHO gegenüber. „Auch eine Umpolung der Erde wird es 2012 nicht geben, die jüngste erfolgte vor zirka 600 000 Jahren. Solche Ereignisse, die sich 23 Mal seit der Kreidezeit ereignet haben, haben auch keine Neuorientierung des Mantels verursacht.“ Dies lasse sich damit beweisen, dass man den Zusammenhang zwischen dem Drift der Kontinente und dem Magnetfeld kontinuierlich in die Vergangenheit zurückverfolgen könne, stellt der TU-Mitarbeiter klar. Emmerich lässt es in seinem Film zusätzlich noch in allen vulkanisch aktiven Gegenden zu riesigen Lava-Ausbrüchen kommen. Als Auslöser fungiert eine sehr große Eruption der Sonne (Protuberanz), die die ins All geschleuderten Neutrino-Teilchen dazu bringt, das Erdinnere wie mit Mikrowellen zu erhitzen. Dazu Kempe: „Neutrinos rasen zu Aber-Trillionen durch die Erde, ohne eine Wechselwirkung. Also werden ein paar Protuberanzen da nichts ausmachen, zumal die Neutrinos aus dem Inneren der Sonne stammen, während die Protuberanzen Vorgänge nahe an der Oberfläche sind.“ Das sieht Esoc-Fachmann Kresken genauso: „Die Sonnen-Neutrinos gehen ungefiltert durch und sind physikalisch extrem schwer nachweisbar.“Bleibt die Frage nach den Maya-Prophezeiungen und dem angeblichen Ende ihres Kalenders am 21. Dezember 2012. Die indianische Vökergruppe der Maya bildeten ab zirka 3000 vor Christus in Mittelamerika eine Hochkultur, deren Nachkommen heute auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko sowie in Belize, Guatemala und Honduras leben. Berühmt sind die Maya für ihre Mathematik und ihren in Hieroglyphen geschriebenen Kalender. Die mittlerweile weitgehend entzifferte Schrift war bis zur Ankunft der spanischen Conquistadoren im Jahr 1511 das höchstentwickelte Schriftmedium in Altamerika. Der aus miteinander verzahnten lunaren, solaren und planetaren Zyklen bestehende Maya-Kalender ist präziser als der gregorianische Kalender und kündigt unter anderem Sonnenfinsternisse 1000 Jahre in der Zukunft an.Die Maya benutzten gleich drei Kalenderzyklen: einen Weissagungskalender zu 260 Tagen, einen Zyklus des Sonnenjahres mit 18 Monaten zu je 20 Tagen (plus fünf zusätzliche ungezählte Tage), und einen Zyklus von 52 Jahren zu jeweils 365 Tagen, die Kalenderrunde. Im Jahre 1887 wurde außerdem noch das Prinzip der Langen Zählung entdeckt: Eine ununterbrochene Reihung von 1 872 000 aufeinander folgenden Tagen seit dem Kalenderrunden-Datum „4 Ahau 8 Cumku“, dem Nulldatum.Die Schwierigkeit besteht darin, die Summe der Tage, die damit seit dem Nulldatum vergangen sind, mit dem christlichen Kalender in Bezug zu setzen. Da die Maya zum Zeitpunkt des Eintreffens der Spanier bereits nicht mehr in der Langen Reihe zählten, sondern nur noch in einer zyklischen Kurzen Zählung, die alle 256 Jahre aufs Neue beginnt, hatte man dazu lange keine verlässliche Methode zur Hand. Erst vergangene Woche hat Andreas Fuls, Wissenschaftler des Instituts für Geodäsie und Geo informationswissenschaft der Technischen Universität Berlin, mit Hilfe eines neu entwickelten Computerprogramms herausgefunden, dass die Zeitrechnung der Maya in Korrelation zur christlichen auch 208 Jahre später als bisher angenommen sein könnte. Bislang folgten die meisten Historiker der „Goodman-Martínez-Thompson-Korrelation“, nach der am 21. Dezember 2012 der Zyklus der Langen Zählung endet, der einst mit dem Nulldatum begonnen wurde, das mit dem 13. August 3114 vor Christus beziffert wird.


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