Manche Verbreiter der an Maya-Quellen angelehnten Weltuntergangstheorien fürchten, die Planeten des Sonnensystems würden im Dezember 2012 von der Erde aus gesehen so hintereinanderstehen, dass sich ihre Anziehungskräfte addieren und auf das Innere der Erde derart gewaltige Kräfte ausüben, dass auf diese Weise gewaltige Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche ausgelöst werden. Diese Theorie hinke gewaltig, erklärt der Astronom Florian Freistetter in Jena: Gemeinsam würden alle Planeten nur zwei Prozent jener Kraft auf die Erde ausüben, die der Mond allein bewirkt. Selbst zusammen wären alle Planeten viel weniger gefährlich als der Mond, der in vierwöchigem Zyklus die Erde umkreist. Außerdem gebe es am 21. Dezember 2012 mit Sicherheit keinen solchen Planeten-Aufmarsch.
Auch den Untergang ihrer eigenen Hochkultur konnten die Maya-Priester nicht in ihren Kalendern ablesen. Er wurde vielmehr vermutlich von mehreren, lang anhaltenden Trockenperioden zwischen 810 und 910 nach Christus mit verursacht, die Gerald Haug von der Eidgenössisch-Technischen Hochschule in Zürich nachgewiesen hat. Weil Wälder viel mehr Feuchtigkeit verdunsten als Maisfelder und so ebenfalls zum Niederschlag in einer Region beitragen, könnte auch das Roden der Wälder für Maisfelder zu diesen Trockenzeiten beigetragen haben. Diese Überlegung versucht Benjamin Cook vom US-amerikanischen Goddard Institute for Space Studies der Nasa mit Computersimulationen des Klimas für die letzten 2000 Jahre in der Region zu zeigen. Ob das für eine Erklärung des Untergangs dieser Hochkultur reicht, bezweifelt Wolfgang Lucht, Spezialist für Klima und Vegetation in Potsdam: „Das Verschwinden dieser Hochkultur ist auch heute noch ein Mysterium“.
Fatale Planetenreihung unrealistisch
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