Die Kfz-Versicherung könnte dieses Jahr für viele Autofahrer deutlich teurer werden als bisher. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet damit, dass die Beiträge bis Ende des Jahres um 3,4 Prozent steigen werden. Grund dafür sind unter anderem die harten Winter, durch die die Unfallzahlen deutlich gestiegen seien, erläutert Verbandssprecher Christian Lübke.
Nicht nur deshalb könne sich ein Wechsel der Versicherung lohnen, sagt Jochen Oesterle vom ADAC: „Es kommen ständig neue Tarife und Angebote dazu. Gerade für Fahranfänger und Familien hat sich im vergangenen Jahr einiges getan.“
Wer wechseln will, hat dafür zunächst einmal noch bis zum 30. November Zeit. An diesem Tag endet in der Regel die Kündigungsfrist fürs laufende Jahr. Bei Tariferhöhungen gilt allerdings ein Sonderkündigungsrecht bis Dezember.
Oesterle empfiehlt, mit der Kündigung bis zur Unterzeichnung des neuen Vertrags zu warten. Denn Versicherer können Anträge etwa für den Kaskoschutz ablehnen.
Die Suche nach einer neuen Versicherung braucht jedenfalls etwas Zeit. „Ein paar Stunden würde ich mir schon nehmen“, sagt Siegfried Karle vom Verein Geld und Verbraucher. Die meisten Verbraucher greifen zum Tarifvergleich auf entsprechende Seiten im Internet zurück, darunter Finanzscout24, Toptarif oder Check24. Bewaffnet mit Fahrzeug- und Führerschein und den Versicherungspapieren sind die entsprechenden Formulare in zehn bis zwanzig Minuten ausgefüllt. Verbraucherschützer Karle rät aber, nicht jedes Ergebnis für bare Münze zu nehmen: „Nicht alle Vergleichsdienste berücksichtigen wirklich alle Anbieter.“ Dahinter stecken manchmal technische Hürden, manchmal aber auch kommerzielle Interessen der Betreiber. Deshalb sollten Autobesitzer lieber die Ergebnisse mehrerer Tarifrechner einbeziehen – auch wenn die Suche dann etwas länger dauert.
Auch Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Magdeburg empfiehlt, den Online-Preisvergleich nicht als Allheilmittel zu sehen: „Für den Nutzer ist nur schwer nachvollziehbar, wie diese Systeme genau arbeiten.“ Allerdings sagt er auch: Ohne Computerunterstützung gehe es nicht mehr, weil die Tarifsysteme in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden seien. „Es geht heute nicht mehr nur um Teil- oder Vollkasko, sondern um viel mehr Fragen.“
Einen guten Online-Tarifvergleich erkennt man unter anderem daran, dass er diese Komplexität abbildet. „Wenn der Computer Sie nur nach Automodell und jährlicher Kilometerleistung fragt, ist das zu wenig“, sagt Kretzschmar. Gleichzeitig warnt der Verbraucherschützer davor, unbesorgt zu viele persönliche Daten ins Internet einzugeben. Rausrücken sollte man nur, was wirklich gebraucht wird: „Die Postleitzahl braucht der Tarifrechner schon, die genaue Anschrift auf keinen Fall.“
Sind alle Daten eingegeben, empfehlen Tarifrechner häufig Direktversicherer. Bei denen werden die Policen nicht mehr mit Außendienstlern abgeschlossen, sondern direkt mit der Versicherung. Beratung und Kundenservice laufen über Internet und Telefon. „Da muss sich jeder selbst entscheiden, ob ihm das reicht“, findet Kretzschmar. Aber nicht nur auf die Art der Beratung sollten Autofahrer achten. Für Siegfried Karle ist der Preis längst nicht das Wichtigste an der Kfz-Versicherung: „Entscheidend ist nicht, ob ich 20 Euro mehr oder weniger bezahle, sondern dass ich im Schadensfall anständig geschützt bin.
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BERLIN/MÜNCHEN.
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