Vor allem die Sportstourer genannte Kombiversion, die es auch als Allradler gibt, kommt attraktiv daher. Das muss auch der Wettbewerb neidlos anerkennen, das zeigt sich zudem am Interesse auf der Straße. Wir wählten dabei die Kombination mit 160-PS-Diesel sowie Sechsstufenautomat und bekamen die Top-Version „Innovation“. Wobei dann der Preis auf recht stolze 40 835 Euro steigt. Wenigstens ist der Wertverlust im Wettbewerbsumfeld günstiger. Aber der Wandel vom biederen Handwerkerauto zum attraktiven Vehikel für Business, Familie und Freizeit will eben honoriert sein.
Vier angetriebene Räder machen besonders im Winter Sinn. Wenn der ausbleibt oder erst später kommt, wird die Investition deshalb freilich nicht sinnlos. Denn der Zugewinn an Fahrstabilität sowie die Traktion auf feuchter Fahrbahn sind natürlich von ganz anderer Qualität, wie auch wir mit dem Spitzen-Opel erfahren haben. Und das ohne Verspannungen im Antriebsstrang beim Rangieren, wie es in ganz frühen Opel-Allradzeiten der Fall war.
Die Haldex-Kupplung bringt die Kraft ziel- und bedarfsgerecht auf den Asphalt. Und ist zu 100 Prozent variabel. Das heißt, je nach Anforderung kann die gesamte Power zur Vorderachse gehen oder nach hinten. Bei normalem Fahrbetrieb auf der Autobahn etwa schaltet das System auf Frontantrieb um.
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung, 1956 ccm Hubraum, 160 PS (118 kW) bei 4000/min., max. Drehmoment 350 Nm/1750, Sechsgang-Automatik, Allradantrieb, Euro 5
Fahrleistungen: 0 auf 100 km/h in 10,8 Sekunden, Spitze 208 km/h
Verbrauch: 8,3 Liter Diesel, 70-Liter-Tank
Maße und Gewichte: Länge/Breite/Höhe 4,91/1,86/1,52 Meter, Radstand 2,74 Meter, Leergewicht 1610 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2165 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst 1800/750 kg, Gepäckraumvolumen 540-1530 Liter
Preis: 40 835 Euro (Ausstattung hier: Innovation; Einstieg ab 36 770 Euro)
Im Prinzip ist der Zweiliter-Motor akzeptabel. Selbst wenn das Thema Dynamik eher nicht sein Ding ist, wozu 160 Pferdestärken aber eigentlich genügen sollten. In Kombination mit der gut harmonierenden Automatik, die sanft schaltet, aber zum Teil etwas träge, ist man dennoch zügig unterwegs und bis zu 208 km/h schnell. Per Overboost-Funktion stehen kurzzeitig 380 Nm zur Verfügung, wenn mal flink überholt werden muss. Freilich ist die Akustik bisweilen recht aufdringlich, vor allem nach einer kalten Nacht. Aber auch später hört man das Aggregat vernehmlich; etwas mehr Dämmung täte wohl gut. Kurzum: Der Motor ist zu laut und unkultiviert. Das fällt deshalb besonders auf, weil die Karosserie dem Fahrtwind wenig entgegenstellt, es von daher leise zugeht. Die Außenspiegel sind durch das Design-Diktat freilich nur suboptimal, was der Verkehrssicherheit etwas abträglich ist. Aber natürlicher weniger relevant als die total unübersichtliche Karosse; die erfordert gutes Augenmaß, feine Ohren sowie die optionalen Parkassistenten.
Das Fahrverhalten ist untadelig. Mit dem Insignia ist gar eine sportliche Fahrweise möglich. Er lenkt präzise ein, gefällt mit dem Handling auf kurvenreichen Strecken, gibt nie Rätsel auf. Der Geradauslauf ist außerdem bestens. Stramm ist das Fahrwerk abgestimmt, was zum Teil die Insassen spüren. Aber doch so gut gefedert, dass es nicht unangenehm wird. Richtig störend ist nur das Poltern beim Überfahren von Schlaglöchern, unabhängig, welche Einstellung man bei den adaptiven Dämpfern gewählt hat. Unauffällig-überzeugend arbeiten die Bremsen.


Merken
|










