Die Nyons-Olive, geadelt mit eigener AOC, also „kontrollierter Ursprungsbezeichnung“, gilt als Kostbarkeit schlechthin. Lange reifen die Früchte der Sorte „Tanche“ im nördlichsten Olivengarten Frankreichs an den Bäumen. Nach dem ersten Frost werden die „schwarzen Perlen“ gepflückt, je später, desto besser und „süßer“ schmeckt das Öl, wie Bernadette Berini erklärt. Madame arbeitet in der „Coopérative du Nyonsais“, einem Zusammenschluss von 700 Öl- und Weinbauern.
Über tausend Jahre kann der schon in der Antike verehrte Ölbaum alt werden. Im Boden seiner historischen Ölmühle „Vieux Moulin“ hat Monsieur Farnoux einmal eine griechische Münze gefunden. Die alte Mühle lässt sich in den Sommermonaten besichtigen. Für die Produktion zog man jedoch in ein modernes Gebäude um, das EU-Richtlinien in Sachen Hygiene genügt.
Anreise: Mit dem Pkw auf der „Autoroute du Soleil“ entlang des Rhonetals bis Montélimar-Sud.
Oliven-Adressen: „Coopérative du Nyonsais“, Ölmühle mit Museum und Laden (www.vignolis.fr) , „Domaine de Rocheville“, Olivenproduzent und Lehrpfad in den Oliven (www.domainerocheville.com), „Les Vieux Moulins“, historische Ölmühle, Seifensiederei und Boutique (vieuxmoulins.free.fr), „Moulin Farnoux“ in Mirabel-aux-Baronnies an der „Route de l’Olivier“.
Übernachten: „Une autre Maison“, charmantes kleines Hotel mitten in Nyons (www.uneautremaison.com). „Hôtel L’Esplan“, mit guter Küche (Olivenmenüs!) in St Paul-trois-Chateaux (www.esplan-provence.com).
Aus der ganzen Gegend, sogar aus dem angrenzenden Lubéron, kommen Bauern, um hier allein die eigenen Oliven verarbeiten zu lassen. Besonders Bioproduzenten schätzen diesen Service, der „reines“ Öl garantiert.
„Wir pflücken die Oliven wie Kirschen, direkt vom Baum und ohne sie von den Zweigen zu schlagen“, erklärt Guillaume Rocheville von der Domaine de Rocheville, die neben Nyons-Oliven auch Obst- und Weinbau kultiviert. Familie Rocheville hat für Besucher einen Lehrpfad durch die Olivenhaine angelegt.
Wie sorgsam man mit den „schwarzen Perlen“ umzugehen versteht, erfährt man auch bei „Afidol“, der „Association Interprofessionelle de l’Olive“ mitten in Nyons. Jeder kann bei „Afidol“ zur Türe herein spazieren, die Ausstellung über Olivenanbau ansehen und für den symbolischen Betrag von einem Euro eine Verkostung erleben.


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