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Stimmungsvolles Licht im Dunkel

Kerzenbasteln: Auch wer wenig kunsthandwerkliche Erfahrung hat, kann Wachskerzen nach eigenen Vorstellungen anfertigen und dann individuell ausschmücken

Kerzen gehören zum Advent und zu Weihnachten wie Tannenduft oder Plätzchenbacken. Die stimmungsvollen Lichtspender eignen sich auch gut als Geschenke, denn sie lassen sich mit wenig Aufwand selbst herstellen.
Individuell gestalten und verschönern kann man gekaufte Kerzen mit Wachsplatten, vorgestanzten Motiven und Wachs-Stiften. Fortgeschrittene Kerzen-Künstler wagen sich an den Kerzenguss. Foto: christophorus verlag/freiburg

Kerzen gehören zum Advent und zu Weihnachten wie Tannenduft oder Plätzchenbacken. Die stimmungsvollen Lichtspender eignen sich auch gut als Geschenke, denn sie lassen sich mit wenig Aufwand selbst herstellen. Mehrere Methoden stehen zur Wahl: „Die einfachste Möglichkeit ist, Kerzen aus Bienenwachsplatten zu rollen“, erläutert Martin Rüther vom Bastelfachmarkt Hobbyshop Rüther in Berlin. Dazu werden eine goldgelbe Wabenplatte und ein Docht benötigt. Der Fachhandel bietet die Wachsplatten in vielen Größen an. Für die ersten Versuche empfiehlt sich ein rechteckiges Format zum Beispiel in der Größe DIN-A-4. Docht wird in längeren Fäden oder am Meter verkauft. „Optimal brennt er in Webrichtung. Die ist jedoch nicht auf den ersten Blick erkennbar“, sagt Rüther. „Am besten lässt man sich den Docht deshalb beim Kauf markieren.“

Die Wachsplatte legt man auf eine glatte Unterlage und dreht den Docht an einer Kante ein. Dann rollt man die Platte langsam und gleichmäßig auf. Je weniger Luftblasen entstehen und je gleichmäßiger die Abschlüsse am oberen und unteren Kerzenrand sind, desto besser. Wer mag, kann sich nach und nach an dreieckige Platten wagen oder auch eine Bogenform zuschneiden.

Variante Nummer zwei ist die Dekoration einer gekauften Kerze. Mit mehrfarbigen Wachsplatten oder Wachsfolien, vorgestanzten Wachsmotiven und Flüssigwachs-Stiften lassen sich leuchtende Sterne, festliche Engelfiguren und ganze Winterlandschaften auf die Kerze kleben oder malen. Unzählige Ideen liefern auch Bastelbücher sowie Hobbykurse in Volkshochschulen oder Kreativ-Zentren.

Wichtig ist, dass Motiv, Größe und Form der Kerze zueinander passen. „So bietet eine großflächige Stumpenkerze oder eine quadratischen Kerze viel Raum für großflächige Motive“, erläutert Pia Pedevilla, Designerin und Autorin aus Bruneck in Italien. Auf einer kleinen Kugelkerze lassen sich kleinere Motive wie Schneeflocken, Sternchen oder Linienornamente gut kombinieren.

Für die Anfertigung eigener Ornamente lohnt die etwas größere Investition in Wachsplatten oder -folien, insbesondere, wenn mehrere Kerzen verziert werden sollen. Plätzchenformen eignen sich gut zum Ausstechen. Praktisch sind auch Motivlocher: „Die lassen sich am besten handhaben, wenn das Wachs hart ist“, rät Pedevilla. „Dazu wird es vor der Verarbeitung kurz in den Kühlschrank oder die Gefriertruhe gelegt.“

Aufwändigere Motive werden auf eine Papp-Schablone gemalt. „Die legt man auf eine Wachsplatte und umfährt sie mit einer Perforiernadel, einem Cutter oder einem scharfen Messer“, sagt Pedevilla. Erst danach wird das Schutzpapier von der Rückseite der Wachsplatte entfernt. Die fertigen Motive werden mit warmen Händen und bei Zimmertemperatur auf die Kerze gedrückt: So lassen sie sich gut formen und haften besser. 
Individuell gestalten und verschönern kann man gekaufte Kerzen mit Wachsplatten, vorgestanzten Motiven und Wachs-Stiften. Fortgeschrittene Kerzen-Künstler wagen sich an den Kerzenguss. Foto: christophorus verlag/freiburg

 Weihnachtsmänner und Rentiere lassen sich auch gut mit Wachsstiften aufmalen. Das Flüssigwachs wird entweder aus der Tube oder mit Hilfe von Pinseln direkt auf die Kerze gemalt oder auf eine transparente Wachsplatte aufgetragen, die anschließend auf die Kerze gedrückt wird. Auch für Beschriftungen und detailreiche Verzierungen sind solche Stifte besonders gut geeignet. Auf lackierten Kerzen halten Verzierungen weniger gut als auf durchgefärbten. Letztere leuchten auch stärker, sagt Ingrid Grimm von der Gütegemeinschaft Kerzen. Damit sich die Mühe lohnt und die Kerze nicht so schnell abbrennt, empfiehlt sie hochwertige Produkte mit RAL-Gütezeichen.

   


 

Artikel Text Laenge: 3841

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  • 14. November 2009
  • Von Helga Panten
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