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08. Januar 2008 wh

Was tun bei einem Wespenstich?

Ratschläge einer Medizinerin: „Cold-Pack“ oder nasses Handtuch als erste Hilfe

| Vergrößern | Dr. med. Nicola Wagner. Foto: ker
Die Kinder bestehen auf dem süßen Durstlöscher, und die Eltern wissen, was im Gartenlokal auf sie zukommt: Wespen. Bisweilen nimmt das Bemühen, die Insekten fernzuhalten, kabarettreife Züge an. Wenn es freilich nicht bei der bloßen Belästigung bleibt, sondern ein Stich die Begegnung beendet, kann einem das Lachen vergehen.

Dr. med. Nicola Wagner ist Oberärztin der Allergie-Abteilung in der Hautklinik Eberstadt. Sie erläutert, dass Insektenstiche entweder lokale oder systemische Reaktionen auslösen können. Eine lokale Reaktion ist auf die Einstichstelle begrenzt, während Beschwerden wie Rötung der Haut, Quaddeln, Juckreiz am ganzen Körper oder an den Hand- und Fußflächen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schluckbeschwerden oder Kreislaufreaktionen bis hin zur Bewusstlosigkeit auf systemische Reaktionen hinweisen.

Falls lediglich eine lokale Rötung oder Schwellung auftritt, sollte sie gekühlt werden. „Ein Cold-Pack oder ein nasses Handtuch sind am einfachsten und wirksam“, sagt die Oberärztin. Hausmittelchen wie einer Zwiebelscheibe oder essigsaurer Tonerde schreibt Dr. Wagner allenfalls ähnliche entzündungsmindernde Wirkung zu. Was bewirkt die Kühlung? „Das Insektengift führt zu einer Erweiterung der Gefäße und zum Austritt von Entzündungssubstanzen in das Gewebe. Durch die Kühlung wird die Entzündungsreaktion gelindert und die Engstellung der Gefäße gefördert“, erläutert die Allergologin. Bei starker lokaler Schwellung ist auch eine Ruhigstellung des betroffenen Körperteils sinnvoll.

Wenn es zu systemischen Reaktionen kommt, gibt es nur eines: Sofort zum Arzt! Wer auf Stiche von Wespen, Hornissen oder Bienen derart allergisch reagiert, dem empfiehlt die Medizinerin – nach ärztlicher Rücksprache – eine Immuntherapie (früher: Hyposensibilisierung). Die Behandlung erstreckt sich über drei bis fünf Jahre. Die Erfolgsquote liegt bei über 95 Prozent.

Wespen finden ihre Futterplätze oft in der Nähe von Menschen (etwa bei zuckerhaltigen Getränken oder Fleisch). Dr. Wagner: „Wespen sind am aggressivsten, wenn ihre Populationen am größten sind, das heißt im August und September, und sie sind angriffslustiger als Bienen. Diese stechen im Allgemeinen nur bei Bedrohung.“ Die mit den Bienen verwandten Hummeln verhalten sich eher defensiv, Stiche von Hornissen – die mit den Wespen verwandt sind – kommen ebenfalls selten vor.

Bienen erkennt man am braunen Hinterleib und an starker Behaarung. Sie sind hauptsächlich von Mai bis August anzutreffen. Wespen fliegen am häufigsten von Juli bis September, wenn das Obst reif ist. Ihre typischen Merkmale: die sprichwörtliche Wespentaille und die auffällige gelb-schwarze Bänderung.

Nachfolgend ein paar Tipps und Anregungen, wie man Insekten aus dem Weg gehen kann:

• Rasche und hektische Bewegung vermeiden. Das Insektenauge nimmt langsame Bewegungen nicht wahr, die Tiere fühlen sich daher nicht bedroht.

• Die Nähe von Blumen, überreifen Früchten und Fallobst meiden; Bienen und Wespen halten sich dort bevorzugt auf.

• Wespennester auf Dachböden oder in Rollladenkästen sollte man entfernen lassen.

• Möglichst nicht barfuß über Wiesen gehen.

• Picknick ist eine schöne Sache, doch süße Speisen und Getränke ziehen Insekten an. Wer unbedingt auf Dosengetränken besteht, sollte tunlichst darauf achten, dass sich keine Wespe einschleicht.

• Wespen lieben Abfallkörbe: Mülltonnen deshalb stets geschlossen halten.

• Insektengitter an den Fenstern können hilfreich sein.

• Düfte wie Parfüm oder Haarspray locken Insekten an – ebenso wie Schweißgeruch.

• Falls trotz aller Vorsicht zugestochen wird, sollte der Stachel schnellstmöglich herausgezogen werden – am besten mit einer Pinzette.

 
 


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