DARMSTADT.
Von 89 medizinischen Laien beherrschte kein einziger die wichtigsten Regeln der Ersten Hilfe. Das ergab kürzlich eine Studie der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz. Die Mediziner hatten Passanten angesprochen und gebeten, sich um einen „fiktiven Herzstillstand“ zu kümmern. Jeder zehnte kannte nicht einmal eine gültige Notrufnummer.Hat also schlechte Chancen, wer fern jeder Arztpraxis zusammenbricht? Nach Ansicht von Wolfgang Blänkle werden sie zumindest in Darmstadt zunehmend besser. Seit sechs Jahren ist er Ausbildungsleiter im Kreisverband Darmstadt Stadt des Roten Kreuzes. „Die Nachfrage nach Erste-Hilfe-Kursen ist in dieser Zeit kontinuierlich gestiegen“, weiß er.Hinter dem Engagement steckt nicht selten ein konkretes Erlebnis als Auslöser. Zum Beispiel im Fall einer Tennisgruppe, die geschlossen zum Erste-Hilfe-Kurs antrat: „Einer von ihnen war im Training umgekippt, und die anderen stellten fest, das niemand von ihnen wusste, was nun zu tun war.“ Da die Tennisspieler als Privatleute zum Roten Kreuz kamen, kostete der zweitägige Kurs jeden von ihnen 40 Euro. „Für Sporttrainer zahlt dagegen die Berufsgenossenschaft“, verrät Blänkle. Und auch Arbeitnehmern wird der Kurs finanziert, wenn ihre Firma sie dafür anmeldet. Einmal die Regeln der Ersten Hilfe zu lernen reicht allerdings nicht. Alle zwei Jahre sollte das Wissen um die richtigen Rettungsgriffe wieder aufgefrischt werden. Dafür gibt es das sogenannte Erste-Hilfe-Training, das im Gegensatz zum vollen Kurs nur einen Tag dauert. Spezielle Voraussetzungen muss niemand zum Erste-Hilfe-Kurs mitbringen. Wer körperliche Beschwerden hat, kann bei schwierigen Übungen aussetzen. Und auch besonders kräftig muss man nicht sein, wie Blänkle betont: „Kinder ab 13 oder 14 Jahren können schon die komplette Ausbildung zum Ersthelfer machen.“
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