Obwohl einige Onkologen Coys Erkenntnisse heftigst angefeindet haben, und viele Schulmediziner seine Forschungsergebnisse hartnäckig ignorieren, werden diese nun – nach anderen unabhängigen wissenschaftlichen Publikationen – durch eine Studie des Universitätsklinikums Freiburg erneut bestätigt. Coy erfuhr damals mit seiner Entdeckung, dass das EnzymTransketolase-like-1 (TKTL1) offenbar in engem Kontext mit Tochtergeschwulste bildendem (metastasierendem) Krebs steht, also Markerfunktion hat, keine Unterstützung. Selbst am DKFZ, wo er noch bis 2001 forschte – zu sehr konzentrierten sich dort Forschungen auf unterschiedliche Zusammenhänge, so auf die Apoptose, den programmierten Zelltod, der eigentlich einsetzen müsste, sobald das Immunsystem des Körpers die Anwesenheit entarteter Zellen erkennt – Krebs blockiert also diesen Selbstheilungsmechanismus.
Coy, inzwischen 47 und mit seinem Unternehmen Tavarlin von Darmstadt aus aktiv, formulierte die These – so erneut 2006 gemeinsam mit 15 anderen Autoren in einer Publikation im „British Journal of Cancer“(94: 578-585) – dass metastasierende Tumore das Enzym TKTL1 benutzen, um ihre Energieversorgung immens zu beschleunigen. Dies bewirken sie, indem sie zur Energiegewinnung von der einfachen, weniger effektiven Verbrennung von Glukose auf die Vergärung des Zuckers umschalten – also gewissermaßen in den Turbo-Betrieb gehen. Coy bestätigte damit eine 1925 noch intuitive These der „aeroben Glykolyse“ (also der Zuckerspaltung unter Sauerstoffeinfluss) des deutschen Zellphysiologen und Nobelpreisträgers von 1931 Otto Heinrich Warburg, der den „Warburg-Effekt“ aber noch nicht beweisen konnte.
Die Blutuntersuchung auf den Invasivkrebs-Marker TKTL1 bieten im Verbreitungsgebiet der Zeitung unter anderem folgende Ärzte an:
Facharzt für Innere Medizin:
Dr. med. Notburg Glass, Kiesstraße 62, Darmstadt; Tel.: 06151 429777.
Facharzt für Urologie:
Dr. med Jürgen Arnhold, Bismarckstr. 11, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151 10 12 11 7.
Dres. med. Wilhelm Jungmann und Thomas Weißenfels, im Ärztehaus Mathildenhöhe, Dieburger Str. 31c, 64287 Darmstadt; Telefon: 06151 429410.
Dr. med. Walter G. Müller/Heike Ottermann-Eakin, Wilhelmstr. 6, 65185 Wiesbaden, Tel. 0611 306314.
Facharzt für Gynäkologie:
Dr. med. Marie-Therese Crisand,
Viernheimer Str. 2, 64646 Heppenheim. Tel.: 06252 70192010.
Durch den Nachweis erhöhter Spiegel des TKTL1-Enzyms muss sich daher, so Coy und die Unterstützer seiner These, Krebs in seiner metastasierenden, in andere Körperteile streuenden Phase nachweisen lassen. Zur Signifikanz von TKTL1 gibt es inzwischen über 30 Einzelpublikationen, so über Karzinome an Prostata, Nieren und Harntrakt (Uniklinik Mann heim) sowie an allen weiblichen Geschlechtsorganen (Uniklinik Würzburg), an Magen und Darm (Universitätskliniken Mannheim, DKFZ), Schilddrüsen-, Hirn-, Kopf- und Halskarzinomen (München und Würzburg). Laut der gemeinsamen Publikation von acht Wissenschaftlern der Universitäten Freiburg und Maastricht für das Fachorgan „Pathology“ des Royal College of Pathologists of Australasia (Online ISSN 1465-3931/Druck: Pathology: December 2011 - Volume 43 - Issue 7 - p 719–724 ) „steht mit TKTL1 erstmals ein unabhängiger Biomarker zur Verfügung, der bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom schon frühzeitig eine Aussage über die Überlebenswahrscheinlichkeit“ gibt.
Die Erkenntnisse für Lungenkrebs sind insofern wichtig, als diese Krebsart in den USA und Europa die am häufigsten tödliche ist. Laut der Studie zeigte sich die Überlebensrate von Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom in frühen Stadien (eins und zwei) bei niedriger TKTL1-Expression über fünf Jahre um 88 Prozent höher als die von Patienten mit hohem TKTL1-Spiegel, so die Studie. Bei Lungenkarzinom-Patienten der Stadien eins bis vier war die mittlere Überlebenszeit bei geringer TKTL1-Expression um 80 Prozent höher als die von Patienten mit hohem TKTL1. Unter den Autoren dieser Studie ist auch Axel zur Hausen, Sohn des früher am DKFZ in Heidelberg forschenden Nobelpreisträgers Harald zur Hausen.
Mit der laser-gestützten EDIM-Diagnostik – einem (von Coy empfohlenen) Bluttest, der den TKTL1-Spiegel und mit Apo10 zugleich einen Marker für verbreitungsfreudige Zellstörungen quantitativ nachweist – lassen sich Prognosen (Tumorstatus) vor der Therapie erstellen, der Behandlungsfortschritt dokumentieren, sowie Testungen zur Nachsorge erstellen. Für den Test genügen drei Milliliter Blut, verschiedene Ärzte in Deutschland setzen diese Testmethode ein.

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