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22. Februar 2012 dpa/e

Peugeot flirtet mit der Opel-Mutter GM

Der angeschlagene französische Konzern sucht händeringend einen Partner – PSA-Aktie legt zu

| Vergrößern | Überraschung: Der Peugeot-Konzern und die Opel-Mutter GM loten eine Allianz aus. Foto: dpa
PARIS. 

Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën verhandelt mit dem US-Konkurrenten General Motors (GM) über eine strategische Partnerschaft. PSA-Chef Philippe Varin habe ihn über entsprechende Gespräche informiert, sagte Frankreichs Arbeitsminister Xavier Bertrand am Mittwoch. Zuvor hatte bereits das Wirtschaftsnachrichtenportal „La Tribune“ über „fortgeschrittene Diskussionen“ mit dem Opel-Mutterkonzern GM berichtet. Sie sollen bereits seit Monaten laufen.
PSA selbst wollte sich zunächst nicht detailliert zu den Verhandlungen äußern. Im Rahmen der Globalisierungsstrategie prüfe man Kooperationsprojekte, hieß es in einer knappen Stellungnahme. „Die Diskussionen sind im Gange, und es gibt keinerlei Sicherheit, dass sie zu einem Ergebnis führen.“ Die PSA-Aktien legten dennoch bis zum Mittag um 16 Prozent zu.
Der größte französische Autobauer steckt seit Monaten in der Krise. Während Konkurrenten wie Volkswagen und Renault Absatzrekorde feiern, musste die Nummer zwei in Europa zuletzt eine Hiobsbotschaft nach der nächsten verkünden.
Nach den jüngst veröffentlichten Bilanzzahlen verbuchte die Autosparte im vergangenen Jahr einen Verlust von 92 Millionen Euro – nach einem Gewinn von 621 Millionen Euro im Vorjahr. Zuvor hatte die Konzernspitze bereits einen Rückgang des Absatzes auf 3,55 Millionen Fahrzeuge angekündigt. Ein drastisches Sparprogramm soll allein in diesem Jahr 6000 Menschen in Europa den Job kosten.
Als einziger europäischer Autoriese mit Komplettprogramm hat PSA bislang keinen Allianzpartner, sondern nur Kooperationen mit Herstellern wie BMW, Ford und Mitsubishi. Zuletzt hatte es Spekulationen über die Notwendigkeit einer echten Partnerschaft nach dem Vorbild Renault-Nissan oder VW und Suzuki gegeben. Italienische Medien hatten über eine möglicherweise bevorstehende Allianz zwischen PSA und Fiat berichtet.
General Motors gilt als geeigneter Partner, da er international wesentlich besser aufgestellt ist als PSA. Dank starker Verkäufe auf dem Heimatmarkt sowie im boomenden China fuhr er im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 7,6 Milliarden Dollar ein. Nach Stückzahlen sind die Amerikaner die Nummer eins der Branche noch vor Europas Nummer eins Volkswagen.
Sollten sich PSA und GM einigen, könnte die Zusammenarbeit bereits in der ersten März-Woche auf dem Automobilsalon in Genf bekanntgegeben werden, schreibt „La Tribune“. Wie sie genau aussehen könnte, ist allerdings unklar. Aus Branchenkreisen heißt es, die Zusammenarbeit solle nicht in eine Übernahme münden. Beide Unternehmen blieben selbstständig und für ihre Produktionsanlagen eigenverantwortlich.
Am Mittwoch fand in Rüsselsheim eine außerordentliche Informationsveranstaltung statt. Eine mögliche Kooperation mit PSA war dort kein Thema. Vielmehr wurden die jüngst veröffentlichten GM-Bilanzzahlen erläutert. Mit Spannung blickt auch die Arbeitnehmervertretung der Opel-Aufsichtsratssitzung Ende März entgegen. Dann erwartet man sich mehr Klarheit über neue Sparmaßnahmen.

 
 


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