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08. Februar 2012 Von Achim Preu

Kommentar: Chancen und Risiken

Manche Eisdecke ist dieser Tage tragfähiger als viele Konjunkturprognosen. Dazu haben die politisch determinierten Rahmendaten eben schlichtweg einen zu großen Einfluss. Aber gerade hier ist viel in Bewegung, was viel Unsicherheit bedeutet. Gleichwohl stimmen die Einschätzungen aus der südhessischen Wirtschaft zuversichtlich. Machen vor allem die nach oben gerichteten Pfeile bei Arbeitsplätzen, Investitionen und beim Export Mut. Denn Manager gehen nicht derart in Vorlage, wenn sich zumindest mittelfristig solche Aktionen nicht rechnen. Sonst wären sie auch fehl am Platz. Offenbar ist die globale Präsenz vieler Firmen aus der Region der Schlüssel für solide-nachhaltige Geschäfte. Derlei zeigt sich auch daran, dass das Gewicht des „Heimatmarktes“ Europa sinkt, das von Wachstumsmärkten wie Asien oder Russland steigt. Dass gleichwohl eine Gesamtschau oft in Firmenkonjunkturen seinen Gegenpart findet, könnte sich bald schmerzhaft im Fall Opel beweisen. Schließlich kocht dort mal wieder die Gerüchteküche hoch. Das überrascht keineswegs. Denn die Amerikaner machen Druck bei der Neupositionierung des Rüsselsheimer Autobauers justament im Jubiläumsjahr. Und verwechseln erneut Kostendrückerei mit einer nachhaltigen Vorwärtsstrategie, welche die Marke mit dem Blitz nun wahrlich verdient hätte. Die Autos sehen gut aus, haben eine gute Qualität zu einem gutem Preis. Was fehlt ist ein entsprechendes Image, eine Öffnung von großen Auslandsmärkten, das eine oder andere technische Feature sowie das Auffüllen von Lücken im Produktportfolio. Kurzum: Es müssen weitere hohe Investitionen her, um nur im Entferntesten an VW-Renditen denken zu können, die GM-Manager vor Augen haben. Dass die sich nun in Vorstand und Aufsichtsrat breitmachen, mag man als Zeichen von echtem Interesse an Opel deuten. Es birgt aber die Gefahr, dass Opel-Chef Stracke sich gar nicht mehr durchsetzen kann. Und dass die US-Philosophie des Autobauens hierzulande Platz greift. Dann würde es dunkel und einsam um Opel.
K
ommt es zu weiteren schmerzhaften Einschnitten bei der GM-Tochter, wird das abstrahlen auf die Wirtschaftsregion Südhessen. Die ist zum Glück zwar breit und zukunftsträchtig aufgestellt. Industrielle Leuchttürme wie Opel aber sind und bleiben stets wichtig. Besonders für die vielen industrienahen Dienstleister.

 
 


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