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08. Januar 2011 dpa/bet

Kalter Winter lässt Heizkosten steigen

Energie: Mietern und Wohnungseigentümern drohen für das Jahr 2010 kräftige Nachzahlungen - Öl besonders teuer

 
| Vergrößern | Die Nebenkostenabrechnung dürfte in diesem Jahr bei einigen Mietern einen Schock auslösen. Archivfoto: dpa
BERLIN/ESCHBORN. 

Der kalte Winter treibt die Heizkosten nach oben: Mietern und Wohnungseigentümern drohen für 2010 Nachzahlungen an ihre Gasversorger. Noch höher fallen die Ausgaben für Ölheizungen aus. Haushalte mit Gasversorgung müssten für 2010 mit Mehrkosten von rund 4,5 Prozent rechnen, obwohl sich die Gaspreise in der Summe kaum bewegt hätten, teilte das Verbraucherportal Toptarif.de am Donnerstag mit. Gründe seien der frostige Start ins Jahr sowie der ungewöhnlich kalte Dezember.

Die Steigerungen träfen besonders Haushalte mit Ölheizung, weil dort auch die Preise in die Höhe schnellten, teilte das auf die Erfassung von Energieverbrauch spezialisierte Unternehmen Techem in Eschborn mit. Demnach kommen auf die Bundesbürger für 2010 bei der Heizkostenabrechnung ihrer Ölheizung um 30 bis 50 Prozent höhere Ausgaben zu.

„Wir hatten Anfang des Jahrtausends mehrere relativ warme Winter, deshalb ist nun die Überraschung groß, wenn in kälteren Perioden die Heizkosten wieder stark anziehen“, sagte Christian Stolte, Bereichsleiter Effiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena). „Der aktuell kalte Winter wird - wie auch der vergangene - einen starken Anstieg der Heizkosten zur Folge haben.“

Im bundesweiten Schnitt haben die Bundesbürger laut Techem in den Wintermonaten Oktober bis Dezember des vergangenen Jahres 20 Prozent mehr Heizenergie verbraucht als im Vorjahreszeitraum. Regional fiel der Anstieg aber noch deutlich höher aus: Auf Sylt lag das Plus bei 28 Prozent, in Bamberg bei 27 Prozent und in Saarbrücken bei 26 Prozent. Für Südhessen lagen Techem noch keine Daten vor. Auch Darmstadts größter Vermieter, die Bauverein AG, ging gestern von gestiegenen Heizkosten aus. Welche Mehrbelastungen auf die Mieter zukommen könnten, sei aber noch nicht klar.

Trotz des wachsenden Verbrauchs: Bei Gasheizungen ergibt sich nach Berechnungen von Techem für 2010 ein Kostenanstieg um sieben bis acht Prozent, da die Gaspreise zeitweise rückläufig waren. Laut Toptarif.de profitierten die Verbraucher noch immer von der Gaspreisentwicklung der vergangenen Jahre. Zwischen Frühjahr und Jahresende 2009 sanken die Gaspreise in mehreren Schritten um rund 20 Prozent und blieben 2010 vergleichsweise konstant.

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„Auf einen durchschnittlichen Haushalt entfallen zusätzliche Gaskosten von knapp 53 Euro“, erklärt Daniel Dodt von Toptarif.de. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft lag der Durchschnittsverbrauch eines deutschen Haushalts mit Gasheizung 2009 bei rund 15 200 Kilowattstunden im Jahr. „In größeren Haushalten, zum Beispiel bei Familien in Einfamilienhäusern, können auch Nachzahlungen von 100 Euro und mehr fällig werden.“ Eine Möglichkeit, sich in Zukunft vor steigenden Gaskosten zu schützen, sei der Anbieterwechsel. In vielen Regionen klafften zwischen Versorgern, beispielsweise für Familien, Preisunterschiede von 300 bis 400 Euro.


 
 


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