Die klirrende Kälte sorgt bei Heizöllieferanten für klingelnde Kassen. Händler sind derzeit im Dauerstress. Viele Hausbesitzer haben wohl auf einen milden Winter spekuliert – und müssen nun frieren, wenn es mit der dringend benötigten Lieferung doch etwas länger dauert.
Es liegt laut Hans-Jürgen Funke auf der Hand, dass die Heizölnachfrage bei diesen eisigen Temperaturen deutlich zunehme. Er ist Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH), der Energiehändler in Hessen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, Baden-Württemberg und Thüringen vertritt. Demnach hätten die rund 700 Verbandsmitglieder zur Zeit viel zu tun.
Auch die Heizölhändler in Südhessen bestätigen die gestiegene Nachfrage. „Viele haben darauf gewartet, dass die Preise zum Ende des Winters zurückgehen“, erläutert Herta Ohm bei Heizöl Shell in Gernsheim. Nicht ohne Grund; „Acht Mal ist es in den vergangenen zehn Jahren um Fasching billiger geworden.“ Diesmal sei diese Rechnung allerdings nicht aufgegangen, die Tanks bei manchen Kunden komplett leer und die Wohnung kalt. „Durchschnittlich haben wir 20 bis 30 solcher Kaltstände pro Tag“, erläutert Ohm.
Die betroffenen Kunden müssen nicht nur vorübergehend ohne Heizung auskommen, sondern nun auch noch mehr für das Öl zahlen. Verbandschef Funke schränkt allerdings ein: Zwar sei der Preis durch die starke Nachfrage in letzter Zeit leicht gestiegen, dennoch handele es sich dabei nicht um ein „exorbitant hohes Preisniveau“ wie etwa 2008. Auch er habe festgestellt, dass viele Hauseigentümer zur Zeit sehr kurzfristig Öl benötigten. „Dabei wurde wohl oft versäumt, den Ölstand rechtzeitig zu checken“, fügt er nicht ganz ironiefrei hinzu. Nach einem „ausgesprochen mäßigen Januar“ hätten die eisigen Temperaturen im Februar dazu geführt, dass sich die Auftragslage der Verbandsmitglieder in der vergangenen Woche „mindestens verdoppelt“ habe.
An der Kapazitätsgrenze arbeitet Kölsch Heizöle in Darmstadt. „Wir können derzeit keine neuen Kunden mehr aufnehmen“, berichtet Norma Kölsch. „Viele haben auf fallende Preise spekuliert und sehr wenig gekauft. Nun fehlt ihnen das Öl, und wir kommen mit dem Liefern nicht mehr hinterher.“ Allerdings würden Bestandskunden in jedem Fall versorgt.
Auch bei der Adolf Roth GmbH in Weiterstadt, vormals Heizöl Schellmann, sind die Ausfuhrkapazitäten am Limit. „Im Herbst haben viele nur einen halben Tank bestellt, um später zu sparen“, berichtet Mitarbeiterin Annette Krug. „Im Moment ist den Leuten der Preis dagegen egal.“ Nur schnell solle es gehen, am besten der Tankwagen sofort kommen. Die normale Lieferzeit betrage derzeit allerdings zehn bis 14 Tage – sofern die Kunden noch Vorrat hätten. Täglich meldeten sich aber auch Anrufer, deren Tanks komplett leer seien. Solche Notfälle würden vorgezogen: „Wir versuchen, niemanden lange frieren zu lassen.“
Beim Shell-Notdienst rufen sogar mitten in der Nacht Kunden an, deren Heizung mangels Brennstoff ausgefallen ist, berichtet Herta Ohm. „Gegen zwei am Morgen hat sich bei mir eine Dame gemeldet, der das Öl ausgegangen ist.“ Auch Shell bemühe sich, in solchen Fällen besonders schnell zu liefern. Oft sei das noch am gleichen Tag möglich, erklärt Ohm: „Bei uns sitzt niemand kalt.“
Leere Tanks bei Minusgraden
Winterkälte – Bei den Heizöllieferanten laufen derzeit die Telefone heiß – Viele Hauseigentümer haben kaum noch Reserven
Vor ca. zwei Wochen konnte man dem Wetterbericht entnehmen, dass es kalt wird; spätestens vor einer Woche war klar, dass es eine zeitlang kalt bleiben würde. Selber Schuld also wer jetzt erst Öl oder Gas bestellt. Das sind wohl die gleichen Leute, die immer nur für 20 Euro tanken.
Ich habe keinerlei (!) Verständnis für diesen Personenkreis. Für diese kam der Winter vermutlich genauso plötzlich wie Weihnachten. Plötzlich war er da - ohne Vorwarnung. Zur Info an alle, die es immer noch nicht gemerkt haben: v.a. in Dezember, Januar, Februar und angrenzente Monate kann es durchaus kalt werden. Ist so üblich. Aber vielleicht war die Presse und die Politik mit Ihrem Klimawahn zu einprägend, dass die jetzt 'Kaltsitzenden' dachten, wir haben durchgängig 20 Grad aufwärts.
Merken
|













