BERLIN.
Die Botschaft der Bundesregierung an die Verbraucher ist simpel: Dank des schwarz-gelben Energiekonzepts mit Atomkraft werde Strom in den nächsten Jahrzehnten sicher, bezahlbar und klimaschonend sein. Doch ganz so einfach ist es nicht. Auf absehbare Zeit werden die Bürger mehr Geld ausgeben müssen, wenn der Plasma-Fernseher, die Mikrowelle oder der Trockner am Netz hängen.Im ersten Halbjahr 2010 kannte der Strompreis nach am Montag veröffentlichten Zahlen nur eine Richtung: Nach oben. Der Aufschlag betrug 2,1 Prozent. Das sich daran etwas ändern wird, glaubt selbst Vattenfall Europe-Chef Tuomo Hatakka nicht. »Momentan rechne ich eher mit steigenden Preisen.« Das hänge auch mit der Förderung der erneuerbaren Energien zusammen, die jeder Kunde monatlich über den Strompreis bezahlt - auch wenn er gar keine Solaranlage auf dem Dach oder einen Öko-Heizkessel im Keller hat.Hier müsse die Politik den Bürgern reinen Wein einschenken. »Ich würde mir aber wünschen, dass die Politik nicht verschweigt, dass Klimaschutz seinen Preis hat. Den gibt's nicht zum Nulltarif«, sagt der Europa-Chef des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, der in Deutschland Kohle- und Atomkraftwerke betreibt.Führende Manager sagen hinter vorgehaltener Hand, irgendwann sei die Schmerzgrenze der Verbraucher beim teuren Ökoenergie-Ausbau erreicht. Verschwiegen wird aber gerne, dass auch die Atomindustrie nach Angaben des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft von 1950 bis 2008 staatliche Förderungen in Höhe 164,7 Milliarden Euro erhalten hat. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) macht den Ökostrom-Ausbau für den Preisschub mitverantwortlich. Gehen immer mehr Windräder und Solaranlagen ans Netz, steigt auch die Öko-Umlage beim Strompreis - von derzeit 2,0 Cent auf etwa 3,5 Cent je Kilowattstunde im nächsten Jahr. Damit dürften bald deutlich höhere Stromrechnungen ins Haus flattern. Ein Durchschnittshaushalt mit drei Personen zahlt aktuell für seine Stromrechnung 69 Euro im Monat. Der Staat kassiert über Steuern und Abgaben etwa 40 Prozent des Endpreises. Eine wichtige Rolle beim Strompreis spielt, welche Kraftwerke zu welchen Kosten wann Strom ins Netz einspeisen - der Preis orientiert sich am teuersten Kraftwerk. Dazu kommen die Ausgaben für den Transport durch die Leitungen und Geld für Zertifikate, die an der Leipziger Strombörse gehandelt und von der Industrie je nach Ausstoß des Klimakillers CO

Merken
|













