Die Einigung auf Joachim Gauck als Bundespräsidenten-Kandidaten hat bei der schwarz-gelben Landesregierung und den Landtagsparteien in Wiesbaden weitgehend Zustimmung gefunden. Ministerpräsident Volker Bouffier, zugleich stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender, reagierte jedoch am Montag deutlich verhaltener als sein Koalitionspartner FDP und die Oppositionsparteien SPD und Grüne. Kategorisch abgelehnt wird Gauck lediglich von der Links-Fraktion.
„Die Union hatte sehr gute eigene Kandidaten, die auf eine breite Akzeptanz gestoßen wären“, erklärte Bouffier. „Im Ergebnis trage ich Joachim Gauck mit, weil er eine überzeugende Persönlichkeit ist und weil die Absicht bestand, eine breite Mehrheit für einen Kandidaten sicherzustellen.“
„Gauck ist der von den Bürgern mit großer Mehrheit gewünschte Präsident“, erklärte FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn. „Aus diesem Grund ist es gut, dass sich auch die Union für Gauck ausgesprochen hat, nachdem wir gestern im FDP-Präsidium einstimmig für ihn votiert hatten“, meinte Hessens Vize-Regierungschef.
Für die SPD ist Gaucks Nominierung „Basis dafür, dass verlorenes Vertrauen in die Politik zurückgewonnen werden kann“. „Joachim Gauck steht für Klarheit und Orientierung“, erklärte SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. „Er kann Menschen zusammenführen und ermuntert sie, sich für unser Gemeinwesen zu engagieren.“
Gauck werde als meinungsstarker Präsident „zum Nachdenken anregen und Diskussionen anstoßen“, meinten zudem die Grünen. „Und wir sind sicher, dass er der Präsident aller in Deutschland lebenden Menschen werden wird“, erklärte Fraktionschef Tarek Al-Wazir.
Gauck sei Befürworter des Afghanistan-Einsatzes, von Hartz IV und auch der „menschenverachtenden Thesen“ von Thilo Sarrazin, begründeten die Linken ihre Ablehnung. Es werfe ein zweifelhaftes Licht auf SPD und Grünen, Gauck erneut für das Amt vorzuschlagen, erklärte Fraktionschef Willi van Oyen.

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