Die hessische Wohnungswirtschaft hat vom Land mehr Geld für die energetische Sanierung von Häusern verlangt. Die von Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) angekündigten Investitionen seien „verschwindend gering“, kritisierte am Dienstag in Wiesbaden der VdW Südwest, der in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz rund 200 private und öffentliche Unternehmen der Wohnungswirtschaft vertritt.
Die vom Hessischen Energiegipfel proklamierte Sanierungsquote von jährlich drei Prozent im Wohnungsbau mache Investitionen von 500 Millionen Euro erforderlich, sagte VdW-Direktor Rudolf Ridinger. Das Land wolle aber 2012 im Haushalt lediglich 80 Millionen Euro investieren - inklusive der Infrastrukturmaßnahmen.
„Viel Papier, praktisch nichts dahinter“ urteilte Ridinger über die Ergebnisse des Energiegipfels. Kritisch äußerte er sich auch zu der vom Land geplanten Förderung von Umwälzpumpen zur Energieeinsparung. Viel effizienter sei es, Heizungsanlagen zu optimieren. Dies könne Spareffekte von 20 bis 30 Prozent bringen.
In Hessen gibt es nach Angaben des Verbandes 2,9 Millionen Wohnungen und Häuser. Davon sind laut VdW Südwest, zu dessen Bestand rund 400 000 Wohnungen gehören, etwa 10 bis 15 Prozent energetisch auf einem guten Niveau. Rund 20 bis 30 Prozent könnten zum Beispiel wegen zu hoher Kosten aber gar nicht mehr modernisiert werden.
Das „unterkapitalisierte“ Konzept Hessens sei nicht das einzige Problem bei der energetischen Sanierung im Wohnungsbau, sagte Ridinger weiter. Auch der Bund wolle die für 2012 angekündigten Mittel von 1,5 Milliarden auf 900 Millionen Euro reduzieren. Außerdem werde im Bundesrat seit einem halben Jahr eine Einigung über Steuererleichterungen für Immobilienbesitzer verhindert, da sich Bundesregierung und Länder gegenseitig blockierten.
Auf dem überparteilichen Energiegipfel hat sich Hessen zum Ziel gesetzt, dass die Energie des Landes bis zum Jahr 2050 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommt
Wohnungswirtschaft fordert mehr Geld für Energiesanierung
WIESBADEN.
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