Unwetternacht über Hessen
Unwetter: Darmstadt weitgehend verschont, Schwerpunkt in Frankfurt und Kreis Bergstraße
Heftige Unwetter haben in der Nacht zum Donnerstag in Hessen Straßen und Keller überflutet. Besonders betroffen war Frankfurt. Dort rückte die Feuerwehr im Laufe der Nacht knapp 100 Mal aus. Wie ein Sprecher berichtete, stand in Unterführungen und Kellern das Wasser teilweise einen halben Meter hoch. In Nordhessen setzten Blitze zwei Dachstühle in Brand.
In den Frankfurter Stadtteilen Nied, Bockenheim und Sachsenhausen kam der Verkehr auf den Straßen teilweise zum Erliegen. In Bockenheim wurden Hauseinfahrten in der Nähe einer überlaufenen S-Bahn- Unterführung mit Sandsäcken gegen das Wasser abgesichert. In der Voltastraße stürzte ein Baum auf die Oberleitung der Straßenbahn. Mit Motorsägen wurde er zerkleinert und abtransportiert. Menschen wurden nicht verletzt.Am Frankfurter Flughafen mussten nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport 15 Flüge nach Stuttgart, Köln und Düsseldorf umgeleitet werden. Das Unwetter verhinderte auch, dass das Gepäck verladen werden konnte. ,,Wäre das Unwetter tagsüber gekommen, hätten wir ein Riesen-Chaos gehabt", sagte ein Fraport-Sprecher. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach hatte schon am Nachmittag vor Unwettern gewarnt.Darmstadt und Umgebung blieben weitgehend verschont, dort rückten die Wehren nur zu kleineren Einsätzen aus. ,,Insgesamt hatten wir 25 Einsätze", erklärt Jens Rönnfeldt, stellvertretender Amtsleiter der Feuerwehr Darmstadt. Bei den meisten Einsätzen handelte es sich um vollgelaufene Keller, fünf Einsätze wegen Brandmeldeanlangen wiesen sich als Störungen aus. ,,Blitze können durchaus eine Rolle gespielt haben", so Rönnfeldt. ,,Das kann man aber nicht mehr genau sagen." Die Eschollbrückerstraße musste kurzfristig gesperrt werden. Wegen eines verstopften Abflusses war die Fahrbahn überflutet. Schwerpunkt in Darmstadt sei die Heimstättensiedlung gewesen. ,,Auch hier handelte es sich im Wesentlichen um vollgelaufene Keller", sagt Jens Rönnfeldt. ,,Wir hatten im Vergleich zum Umland Glück." Heftiger war das Gewitter an der Bergstraße. Wie das Dezernat Gefahrenabwehr des Kreises mitteilt, gingen zwischen 21.50 Uhr und 1 Uhr in der Leitstelle Bergstraße etwa 130 Anrufe von Bürgern ein, bei denen Wasser in den Keller gelaufen oder Bäume auf die Straße gefallen waren. In Zwingenberg wurde das Dach einer Scheune abgedeckt und landete zum Teil auf der Straße und der angrenzenden Bahnstrecke. In Bürstadt stand ein 5000 Quadratmeter großes Flachdach einer Lagerhalle voll Wasser. Laut Berichten des Hessischen Rundfunks wurden Fahrer auf den Autobahnen aufgefordert, den nächsten Parkplatz anzufahren. Bei Lorsch soll das Wasser 30 Zentimeter hoch auf der Fahrbahn der A 67 gestanden haben. Insgesamt waren 350 ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) im Einsatz.Die Einsatzschwerpunkte waren in Bensheim, Viernheim und Zwingenberg, wobei Viernheim besonders stark betroffen war. Alleine in Viernheim wurden die Wehren zu 72 Einsatzstellen gerufen. Meist ging es auch dort um voll gelaufene Keller und umgestürzte Bäume. Bei den Einsätzen bekam die Viernheimer Feuerwehr Unterstützung von den Kollegen aus Weinheim und Lorsch sowie dem THW Viernheim und Heppenheim.




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