Der Lehrplan für islamischen Religionsunterricht an hessischen Grundschulen ist zweieinhalb Jahre nach Gründung eines Runden Tisches fertig. In welcher Form islamische Religion als Schulfach eingeführt wird, ist aber noch offen. Verschiedene muslimische Verbände und Interessengruppen hätten an dem „anspruchsvollen Kerncurriculum“ mitgewirkt, teilte Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) am Donnerstag in Wiesbaden mit.
Die CDU/FPD-Koalition in Hessen prüft, parallel zum christlichen Religionsunterricht an den Schulen auch islamischen Religionsunterricht einzuführen. Dazu braucht der Staat laut Grundgesetz eine anerkannte Religionsgemeinschaft als Partner.
Als Träger angeboten haben sich in Hessen die Ahmadiyya-Gemeinde und die türkische Ditib. Ob sie als Religionsgemeinschaften infrage kommen, sollen Gutachter bis Ende März klären, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Dann schließe sich eine verfassungsrechtliche Prüfung an, deren Ergebnis im Sommer erwartet wird. Wenn sich kein Träger findet, könne der Lehrplan auch für Ethik-Unterricht mit islamischem Schwerpunkt genutzt werden.
Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) hatte im August 2009 den Runden Tisch einberufen, um den Religionsunterricht mit muslimischen Gesprächspartnern vorzubereiten. Hahn wie auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wollen den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht. Die CDU-Fraktion im Landtag ist skeptischer und setzt eher auf Islamkunde im Ethik-Unterricht.
Lehrplan für Islam-Unterricht fertig
WIESBADEN.
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.
Merken
|













