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07. Dezember 2011  | 

Land Hessen will Krankenhäusern ab 2012 helfen

DARMSTADT. 

Hessen will federführend Krankenhäusern bei der Lösung von Geldproblemen helfen. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe werde unter hessischem Vorsitz nach Möglichkeiten für eine bessere Finanzierung suchen, kündigte die Staatssekretärin im Sozialministerium, Petra Müller-Klepper (CDU), am Mittwoch beim Krankenhaustag der hessischen Krankenhausgesellschaft (HKG) in Darmstadt an. Das Gremium soll Anfang kommenden Jahres die Arbeit aufnehmen. „Die chronische Unterfinanzierung ist seit Jahren ein Thema“, klagte der Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Peter Römer.
Vergütungen seien „viel zu kompliziert, zu ungenau und zu ungerecht geworden“, sagte Müller-Klepper. Sie müssten überprüft werden, „damit die Krankenhäuser den neuen Herausforderungen gerecht werden können“. Das Gleichgewicht der stationären Versorgung komme sonst ins Wanken. „Wenn Erlöse dauerhaft nicht wie die Kosten steigen, muss ein System zusammenbrechen. Das können und dürfen wir nicht hinnehmen“, sagte die Staatssekretärin vor etwa 300 Zuhörern. „Wir müssen auch das Hamsterrad stoppen, das die Kliniken zwingt, immer mehr fragwürdige Leistungen zu erbringen, weil man nur mit immer mehr Fallzahlen überleben kann.“
Eine Herausforderung sei die demografische Entwicklung: Es gebe immer mehr Ältere. Im Jahr 2020 dürften fast 30 Prozent der Menschen in Hessen älter als 60 sein. Kranke bräuchten Ärzte, müssten auch gepflegt werden. Heute werde aber anders gelebt als früher. Es gebe immer mehr Single-Haushalte, immer seltener könne eine Familie helfen.
Mit ihren Geldsorgen fühlen sich die hessischen Krankenhäuser mitten im Aufschwung alleingelassen. „Die Wirtschaft boomt, die Gewerkschaften setzen Lohnzuwächse durch. Die Krankenhäuser werden belastet“, sagte Römer zum Auftakt der zentralen Veranstaltung der Organisation. Die Krankenhäuser seien aber eine tragende Säule des Gesundheitswesens.
In Hessen würden jährlich rund 1,2 Millionen Menschen stationär in Krankenhäusern versorgt, sagte Römer. Es gebe zudem eine „zunehmend wichtige Funktion bei der ambulanten Versorgung“. Römer warnte davor, Mitarbeiter zu entlassen, um Kosten zu sparen. Beschäftigte machten zwar rund 70 Prozent der Gesamtkosten aus. Ein Abbau gehe aber zu Lasten der Patienten.
Die Krankenhausgesellschaft ist der Dachverband der Krankenhäuser. Sie vertritt nach eigenen Angaben etwa 170 Häuser mit zusammen rund 35 000 Betten und etwa 70 000 Mitarbeitern.

 
 


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