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06. August 2011  | dpa

Für rund 800 000 Schüler sind die Ferien zu Ende

| Vergrößern | Mayra (l-r), Paula und Florian sind auf dem Weg zur Schule. Für rund 800 000 Schüler beginnt am Montag (08.08.2011) nach sechs Wochen Sommerferien das neue Schuljahr. Die Gesamtzahl der Schüler sinkt nach Angaben des Kultusministeriums leicht um knapp 7000. Andererseits beginnen am Dienstag mehr Erstklässler ihr Schulleben: Es werden 53 300 sein, im vergangenen Schuljahr waren es 51 800. Archiv-Foto: dpa
WIESBADEN. 

Tschüss Ferien: Für rund 800 000 Schüler in Hessen beginnt am Montag (8.) nach sechs Wochen Sommerferien das neue Schuljahr. Die Gesamtzahl der Schüler sinkt nach Angaben des Kultusministeriums leicht um knapp 7000. Andererseits beginnen am Dienstag (9.) mehr Erstklässler ihr Schulleben: Es werden 53 300 sein, im vergangenen Schuljahr waren es 51 800.
Im neuen Schuljahr gibt es einige Neuerungen. So gehen erstmals 18 Mittelstufenschulen an den Start. In der neuen Schulform werden Haupt- und Realschüler anfangs gemeinsam unterrichtet. Die Hauptschüler bekommen mehr Praxisunterricht.
Die Zahl der Lehrerstellen erreicht mit 50 261 einen neuen Höchststand. 500 Lehrer sind nach Angaben des Kultusministeriums zusätzlich eingestellt worden. Damit stieg die Versorgung der Schulen mit Lehrern rechnerisch auf über 100 Prozent, genau: 100,25 Prozent.
Die hessischen Oppositionsparteien SPD und Grüne beklagten vor Beginn des neuen Schuljahres einen Stillstand in der Bildungspolitik von Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP). Die Abgeordneten Heike Habermann (SPD) und Mathias Wagner (Grüne) betonten am Freitag (5.) in Wiesbaden in getrennten Pressekonferenzen vor allem, dass die versprochene 105-prozentige Versorgung mit Lehrern bis zum Ende der Legislaturperiode ihrer Meinung nach nicht mehr zu erreichen sei.
Habermann sagte, dazu seien zusätzlich 2600 Lehrer nötig, was 160 Millionen Euro jährlich kosten würde. „Bei diesem Tempo braucht Frau Henzler 50 Jahre, bis sie die 105 Prozent erreicht hat“, sagte der Grünen-Politiker Wagner zu der von Henzler genannten Zahl von 100,25 Prozent Lehrerversorgung. Die SPD-Abgeordnete Habermann kritisierte, dass von den 500 Stellen nur 140 direkt für den Unterricht zur Verfügung stünden.
Die Verpflichtung nach der UN-Behindertenrechtskonvention zur gemeinsamen Unterrichtung von behinderten und nichtbehinderten Kindern (Inklusion) werde auch nicht umgesetzt, kritisierten beide Abgeordnete. Habermann sagte, im Schuljahr 2009/10 seien 157 Anträge auf gemeinsamen Unterricht abgelehnt worden. Wagner kritisierte, dass 2010/11 mit 213 solcher Anträge sogar noch mehr abgelehnt worden seien als zuvor. „In Hessen gibt es weniger und nicht mehr Inklusion“, sagte Wagner. Trotzdem gebe es im neuen Schuljahr keine einzige neue Stelle mehr für den gemeinsamen Unterricht.

 
 


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