Unterwegs zu sein bedeutet, sich anzupassen – manchmal gezwungenermassen. Und in Nebraska oder Iowa kann es schwierig werden, gutes Essen zu finden. Keineswegs will ich europäische Vorurteile hinsichtlich amerikanischen Essens stärken. Es gibt hierzulande phantastische Restaurants, prima Zutaten und dazu tolle Weine und erstaunliche Mikrobrauereien. Selbst in Grand Island in Nebraska existiert eine kleine Brauerei. Allerdings nimmt im Landesinneren die Qualität der Verpflegung zusehends ab und weicht statt dessen ungeheueren Portionen, die zu verdrücken normal Sterblichen nicht immer gegeben ist.
Die Vorspeise, etwa panierte Pilze, kommt sodann gewaltig aufgetürmt, ein Hauptgang könnte eine Grossfamilie verköstigen. Werden dazu noch Brotstangen mit eingebackenem Käse kostenlos serviert oder ein Wäschekorb voller Tortillachips, fährt sich der Hinterland-Gourmet 3000 Kalorien und mehr ein. Und da meine Landsleute die staunenswerte Eigenschaft besitzen, allzeit zum Essen bereit zu sein, und den tradionellen drei Mahlzeiten mindestens fünf weitere hinzugefügt haben, sind sie mittlerweile die dicksten Menschen der westlichen Welt.
Selbst Mr.Keroauc scheint in Nebraska enorme Mengen von Kuchen verdrückt zu haben. Womöglich liegt es an der frischen Luft der Prärie.