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15. Juli 2010  | 

Liberale und progressive Spielautomaten

Unter den 50 amerikanischen Bundesstaaten ragt Nevada nicht nur deshalb heraus, weil dort die Prostitution legal ist. Nein, andere Staaten mögen inzwischen ebenfalls Spielkasinos erlauben, nirgendwo im weiten amerikanischen Land aber sind Spieltische- und automaten so allgegenwärtig. Beim Tanken schnell einige Dollar beim Videopoker verlieren? Nevada macht es möglich! In einem kleinen Nest am Blackjack-Tisch einen Hunderter zurücklassen? Kein Problem in Nevada! Legalisiertes Spielen ist geradezu ein Markenzeichen dieses Staats, und die bunten Reklamen für grosse und kleine Kasinos bilden einen grellen Kontrast zur brauen Wüste. Ironie will es, dass die Kasinos damit werben, ihre Automaten seien besonders «liberal» oder «progressiv» und schütteten mithin besonders viel Geld aus für die spielenden Kunden. In Washington wird «liberalen» und «progressiven» Demokraten von der Republikanischen Partei vorgeworfen, sie würden das Geld der Steuerzahler zum Fenster hinauswerfen und so riesige Defizite verursachen. Wahrscheinlich ist es eine gute Sache, dass Spielkasinos rar waren, als Jack Kerouac 1947 durchs Land reiste. Womöglich hätte sich Jack neben dem Alkohol auch dem Spiel hingegeben – eine bedenkliche Kombination wäre es gewesen.
 
 


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