Über jenen Teil seiner Reise, der von New York bis Denver führte, schrieb Jack Kerouac recht ausführlich; wir lesen über Besäufnisse und Abenteuer, über Freunde und Kosmisches wie Mikroskopisches. Von Denver bis nach San Francisco hingegen bleibt Kerouac seltsam stumm; nicht einmal eine halbe Seite widmet er diesen immerhin über 1000 Kilometern, die ihn zudem durch berauschende Wüsten und die Leere Nevadas führten.
Eher beiläufig erwähnt unser Mann Salt Lake City, und Reno im Staat Nevada habe «glitzernde chinesische Strassen», schreibt er. Es verhielt sich wohl so, dass Kerouac in Gedanken schon ganz in San Francisco weilte und die Landschaften daher an ihm, dem Busreisenden, einfach vorbeirauschten. Das wiederum gibt kleine Freiheiten, sich auszumalen, was er hätte schreiben können über die Mormonen-Hochburg Salt Lake City, den Grossen Salzsee oder über die Schroffheit der Landschaften Nevadas. Das aber interessierte ihn wohl nur in Massen; er wollte über Menschen schreiben, nicht über Berge oder Wüsten. Und seine Menschen, die Hipsters mit ihren Engelsköpfen und ihrem Jazz, fand er in Kalifornien.