Cheyenne: Der Name klingt abenteuerlich, obschon die Staatshauptstadt von Wyoming recht manierlich ist. Allerdings weicht die westliche Gelassenheit einmal in jedem Jahr dem Rummel der «Frontier Days», wie das grosse Wildwest-Festival Ende Juli genannt wird. Dann fallen Horden von Touristen in Cheyenne ein, um sich an der Pionier-Romantik des alten amerikanischen Westens zu delektieren. Die Stadt macht sich schön für Rodeos und Cowboys und blickt zurück auf Wyomings Vergangenheit.
Die Gegenwart ist weniger romantisch, da Wyoming über reiche Bodenschätze, darunter Öl und Erdgas, verfügt. Weshalb aus der Erde des Staats herausgeholt wird, was herausgeholt werden kann. Der Raubbau bringt soziale Probleme, am Umweltschutz mangelt es. Kerouac bemerkte davon natürlich nichts, als er im Sommer 1947 in Cheyenne einfuhr, zufällig in den Trubel der «Frontier Days» geriet und dabei eine Menge Geld vertrank. Später, als er auf Long Island nahe New York City lebte und ein veritabler Säufer war, der eine Flasche Whiskey und mehr pro Tag vernichtete, gab ihm seine Mutter für Kneipengänge nur eine kleine Summe, worauf Jack insgeheim einen Flachmann mitnahm und auf der Toilette seiner Lieblingsbar langsam leerte. Die glücklicheren Tage in Cheyenne lagen lange zurück.