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14. Januar 2010  |  job

Werben um Verständigung

Nachruf: Sammler Tomasz Niewodnicza?ski war dem Deutschen Polen-Institut eng verbunden

| Vergrößern | Tomasz Niewodniczański Foto: Deutsches Polen-Institut
DARMSTADT/BITBURG. 
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Tomasz Niewodniczański Foto: Deutsches Polen-Institut

Tomasz Niewodnicza?ski hatte zwei Berufe und eine Leidenschaft. Der promovierte Kernphysiker arbeitete Anfang der siebziger Jahr beim GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt und war damals maßgeblich an der Planung und Errichtung des GSI-Linearbeschleunigers beteiligt. Später wurde er Geschäftsführer der Bitburger Brauerei, aus deren Inhaberfamilie seine Frau Marie-Luise Simon stammt. Seine große Leidenschaft aber gehörte dem Sammeln von Landkarten und Autographen aus der polnischen Geschichte; im Laufe seines Lebens hat er eine einzigartige Kollektion zusammengetragen. Am 3. Januar ist Tomasz Niewodnicza?ski in Bitburg im Alter von 76 Jahren gestorben. Das berichtet das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt, das - so die gestern veröffentlichte Mitteilung - dem Sammler wertvolle Unterstützung in Zeiten des Aufbaus verdankt. Das Institut würdigt ihn als ,,herausragenden Mittler zwischen Deutschen und Polen".

Niewodnicza?ski wurde 1933 in Vilnius geboren. Er arbeitete am Warschauer Institut für Kernforschung und lernte während eines Stipendiums in Zürich seine spätere Frau kennen. Seine Sammlung umfasst kartographische Werke aus der Zeit der polnisch-litauischen Doppelmonarchie, Dokumente und Handschriften polnischer Könige, Autographen von Adam Mickiewicz und Frédéric Chopin. Aus seinen Beständen gab das Deutsche Polen-Institut 1989 eine Mickiewicz-Edition heraus, 2000 zeigte es eine Ausstellung von Danzig-Karten.

Die größte und hoch beeindruckende Ausstellung aus der Sammlung Niewodnicza?ski realisierte das Deutsche Polen-Institut im Jahr 2004 unter dem Titel ,,Imago Poloniae" im Hessischen Landesmuseum. Der Sammler nutzte die Ausstellungseröffnung als Gelegenheit, für eine Lösung im Streit um die ,,Berlinka"-Bestände zu werben. Er versprach der polnischen Seite das Erbe seiner Sammlung, wenn sie im Streit um die Rückgabe der in Krakau aufbewahrten Bestände einlenke. ,,Manchmal", sagte er damals in überaus freundlichem Ton, ,,muss man auch eine kleine Erpressung vornehmen."

Von seinem Ultimatum ist er später wieder abgerückt, auch in dieser Hinsicht ein Mittler zwischen beiden Ländern. Obwohl die ,,Berlinka"-Frage ungeklärt ist und in scharfen Tönen debattiert wird, hat er alle Polen betreffenden Teile seiner Sammlung im vergangenen Jahr der polnischen Nation geschenkt. Sie werden im Warschauer Königsschloss aufbewahrt.


 
 


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