E-Paper | Mobil | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 
 
25. Februar 2010 Von Annette Krämer-Alig / kfe

,,Unwort des Jahres 2009"-Ausstellung: ,,Betriebsratsverseucht" in Darmstadt

Ausstellung: Sechs Darmstädter Fotografen zeigen ab Donnerstagabend auf 603qm ihre Interpretationen zum ,,Unwort des Jahres" 2009 ,,betriebsratsverseucht"

| Vergrößern | Jan Nouki Ehlers, Stefan Daub, Albrecht Haag, Jens Steingässer, Alexandra Lechner und Andreas Zierhut haben sich in knapp einem Monat fotografisch mit dem „Unwort des Jahres“ 2009 „betriebsratsverseucht“ auseinandergesetzt. Die Ausstellung dazu wird Donnerstagabend eröffnet. Foto: privat
DARMSTADT. 


,,Einmal BR, immer BR". Das ist der Leitgedanke Stefan Daubs zu seiner Fotografie mit dem markant eingebrannten BR auf einem Männerunterarm. Denn: ,,Sich in einem Betriebsrat zu engagieren, kommt meinem Empfinden nach einer Entscheidung auf Lebenszeit gleich." Und: ,,Solch eine Stigmatisierung würde es dem Arbeitgeber leicht machen, sich vor gefährlichen Freidenkern und potenziellen Unruhestiftern zu schützen."

Daub ist einer der sechs Darmstädter Fotografen, die nun schon zum sechsten Mal seit 2004 mit den eigenen Ideen das jeweilige ,,Unwort des Jahres" kommentieren. Außerdem dabei sind Jan Nouki Ehlers, Albrecht Haag, Alexandra Lechner, Jens Steingässer und Andreas Zierhut. ,,Betriebsratsverseucht" lautete ihr gemeinsames Thema. Dabei suchte jeder nach zwei Bildern samt dem Kommentar dazu für dieses Wort ,,aus der öffentlichen Sprache, das sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzt", so die Definition des ,,Unworts", das auch dieses Mal wieder von einer unabhängigen Jury bestimmt wurde. Aus fast tausend Vorschlägen wählte sie im Rückblick auf 2009 am 19. Januar den Begriff ,,betriebsratsverseucht". P>

Unmittelbar danach gingen die Fotografen, die auch die Darmstädter ,,Tage der Fotografie" organisieren, zu Werk: ,,Unser Pressefoto mit der Einladung zur Ausstellung der Bilder, die erst danach entstehen, soll am selben Tag herausgehen wie das Unwort selbst", sagt Jens Steingässer.

Auch die Ausstellung der Resultate folgt rasch. Denn der Ehrgeiz, zeitgleich zu sein, bleibt: ,,Eigentlich würden wir uns sogar wünschen, das Unwort schon vor der Bekanntgabe zu kennen. Dann stünden die Bilder dem Begriff, der diskutiert wird, noch näher."

Es sind Profis am Werk, darum klappt es auch dieses Mal wieder, mit der Ausstellungseröffnung zeitnah zu sein. ,,Wir treffen uns zweimal vor der Bekanntgabe des Unworts, dann fällt die Entscheidung, wo die Bilder gezeigt werden. In der Folge gibt es wilde E-Mail-Schlachten zwischen den Beteiligten", so Steingässer. Jeder der Sechs hat wieder zwei Bilder samt zugehörigen Kommentaren beigesteuert: Bei ihrer Präsentation gehe es jedoch ,,nicht um schludrigen Sprachgebrauch, sondern um unsere Gesellschaft, die sich durch die Sprache offenbart", wie die Fotografen über die eigene Motivation schreiben. Die Arbeit ist aufgeteilt: Alle fotografieren unabhängig voneinander, das führt in jedem Jahr zur überraschenden Breite der Einfälle. Dann werden die Leuchtkästen für die Bilder im Format 100 mal 100 Zentimeter vorbereitet. ,,Das vereinheitlicht - beispielsweise lassen sich so schwarzweiße und farbige Fotografien auch an verschiedenen Orten zeigen." In diesem Jahr ist es mit 603qm ein studentisches Umfeld, davor gab es auch schon noblere Umgebungen.

Leicht gefallen ist den Sechs dieses Mal die Arbeit mit dem ,,Unwort" nicht. ,,Am Anfang war es schwer, da das Wort sehr konkret ist und im Vergleich zu den Vorgängern weniger Spielraum in der freien Interpretation liefert. Auch finde ich es nicht unbedingt ein Unwort im eigentlichen Sinn, sondern die Bedeutung des Wortes ein Unding", sagt Alexandra Lechner.

Jens Steingässer fügt hinzu: ,,Ich war mir diesews Mal bei der Bekanntgabe absolut sicher, dass es das bisher unbequemste Unwort ist. Das war zwar bei den bisherigen Bekanntgaben jedes Mal der Fall, aber nicht ganz so eindeutig!'Betriebsratsverseucht' hat meines Erachtens den bisher größten Anspruch an Kreativität und visuellen Einfallsreichtum gefordert. Die Tatsache, dass es sich irgendwie um den Kontext eines betriebsratartigen Zustand handeln sollte, schränkte schon sehr ein - zumindest mehr als bei all den vorherigen Unworten."


 
 


BEWERTUNGEN
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten. | Anmelden |
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

 
Wetter: Heute | Morgen |
 
Morgens Mittags Abends
 
 
Darmstadt aktuell:
wolkig, 26°C | Mehr Wetter |
... ... ...
 
ANZEIGE
bild DES TAGES
 
Start

Start der größten Fußwallfahrt Deutschlands. Die Gläubigen wollen bei der 183. Regensburger Diözesanwallfahrt in drei Tagen zum oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting gehen. Foto: Armin Weigel

Archiv |

HOCHZEITSPORTAL

Ihre Hochzeit im Internet

Erstellen Sie Ihre persönliche Hochzeitsseite mit Ihrem Liebesglück, Hochzeitsanzeigen, Fotos und Videos, virtuellen Geschenken, Tipps und Ideen.
Mehr |
 
SCHON GESEHEN?
 
 
ANZEIGE