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10. März 2010 Von Brigitte Scholtes

Schlecht für beide Seiten

Die Bilanz tiefrot, die Aussichten mau, ein lukrativer Auftrag mit viel Zukunftspotenzial unerreichbar: Für EADS kommt es in diesen Wochen knüppeldick. Der europäische Luftfahrtkonzern verdient zwar operativ nicht schlecht. Aber wenn verschiedene Großprojekte auf einmal belasten, dann nutzt das wenig.

Am enttäuschendsten für die Experten ist aber sicher der Rückzug aus dem Bieterwettstreit in den USA - der allerdings konsequent war, weil man ohne amerikanischen Partner nichts mehr ausrichten konnte.

Dennoch: Wenn EADS sich diesen Auftrag hätte angeln können, dann hätte man nicht nur ein Auftragsvolumen von vielen Milliarden Euro für die nächsten Jahre gesichert. Sieht man einmal von der Möglichkeit ab, Zugang zum amerikanischen Markt zu bekommen, hätte der Auftrag für den europäischen Konzern auch eine Chance bedeutet, seinen zwei wesentlichen Schwächen entgegenzuwirken. EADS hätte in den USA nämlich ein Werk errichtet und dort auch den zivilen Frachter Airbus A330 herstellen können, auf dessen Basis das Tankflugzeug gebaut worden wäre. Zumindest hätte man damit zukünftiges Wachstum außerhalb Europas abfedern können. Denn dass der europäische Hersteller zunächst seine Kapazitäten in Deutschland, Frankreich und Spanien ausnutzen muss, versteht sich von selbst. Der Synergie effekt hätte aber zugleich schöne Gewinnmöglichkeiten gebracht - und die Europäer, deren Kosten in Euro anfallen, von einem großen Währungsrisiko befreit. Denn verkauft werden viele Flugzeuge in den Dollar-Raum. Dieser Traum ist ausgeträumt, EADS hat damit einen schweren Schlag erhalten.

N
un soll also nicht das Experten zufolge bessere Flugzeug gebaut werden, sondern das eines amerikanischen Herstellers. In Rüstungsgeschäften ist Protektionismus wohl kaum zu überwinden, doch der Preis dafür ist hoch. Fachleute verweisen auch auf die mangelnde Qualität amerikanischer Rüstungsprodukte in anderen Bereichen: Würden die Amerikaner statt der eigenen Panzer solche nutzen, die in Deutschland gebaut würden, so ist zu hören, hätten sie in Afghanistan wohl manchen toten GI weniger zu beklagen.

 
 


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