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29. Januar 2010  | Von Achim Preu

Nur keine Schadenfreude

Jetzt erwischt es nach dem Produktionsstopp in den USA auch Toyota-Kunden in Europa: Ein klemmendes Gaspedal, irgendwie symbolträchtig für den Aufstieg zur weltweiten Nummer eins. Wenn es kitzlig wird, muss man auch mal den Fuß etwas lupfen können oder rechtzeitig bremsen. Das belegt zumindest zweierlei: Dass der japanische Branchenprimus nicht hexen kann. Und: Dass mit wachsender Stückzahl es zunehmend schwieriger wird, ein durchgehendes Qualitätsniveau abzuliefern.

Der Maßstab für die gesamte PS-Branche in punkto Effizienz, Innovationsstärke und Zuverlässigkeit muss damit offenbar dem raschen Wachstum Tribut zollen. Dass mit GM ausgerechnet der Anbieter eher liederlich zusammengeschraubter Autos in den Staaten daraus mit prämienunterstützten Wechselofferten Kapital zu schlagen sucht, ist irgendwie nur lächerlich. Mit solchen Mätzchen wird man den Vormarsch von Japanern und Koreanern in den USA nicht stoppen können. Dazu braucht es zunächst entsprechende Produkte. Opel hätte sie, aber in Detroit ist das nur partiell angekommen.

Schadenfreude ob des Toyota-Debakels ist freilich unangebracht. Denn das ist kein Einzelfall. Der Autoerfinder Mercedes hat weiter ernste Probleme mit High-Tech-Dieseln und auch andere werden eingeholt von der exzessiven Arbeitsteilung. So beispielsweise plagen den Golf V Frostprobleme.

Natürlich kommt dem Wettbewerb gerade in der aktuell schwierigen Marktlage zupass, dass jetzt das Image von Toyota nicht mehr ganz so hell strahlt. Wer um die nachhaltige Strategie dort weiß und den vorhandenen Ehrgeiz, ergänzt durch Substanz und Finanzkraft, sollte aber keine voreiligen Schlüsse ziehen. Denn geschludert werden dürfte dort beim Aufräumen nicht. Wahrscheinlicher ist, dass nun jede Schraube unter die Lupe genommen wird, um gestärkt aus der Panne hervorzugehen und neu anzugreifen.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit sollte auf die Hebebühne. Denn wie scheibchenweise Mitteilungen nach draußen gegeben werden und offenbar erst auf öffentlichen Druck hin, das passt nicht zur sonst so konsequenten Vorgehensweise. Gerade in der Krise aber zeigt sich wahre Größe.

D
as Pikante an der Geschichte ist die Tatsache, dass das vermeintliche Problemteil - eine rostende Rückholfeder - von einem US-Zulieferer stammt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 


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