Hannibal ist vor den Toren angekommen. Das kriegerische Bild, vor Jahren in Darmstadt geprägt, stimmt immer noch. Aber Hannibal hat keinen Flächenbrand hinterlassen. Keine ganze Region in Sippenhaft genommen wie vor fünf Jahren die Segmüller-Eröffnung, die für das blanke Chaos auf den Straßen gesorgt hatte.Was war nicht alles prognostiziert worden, als die Pläne für ein Mega-Einkaufszentrum im Weiterstädter Gewerbegebiet bekannt wurden. Und selbst kurz vor der Loop 5-Eröffnung spielten sich beim Gedanken an den Verkehr bei vielen wahre Horrorszenarien vor dem geistigen Auge ab. Sie sind nicht eingetreten. Der Einkaufsriese mit dem Leitthema Luftfahrt ist eher sanft gelandet. Ohne Verkehrskollaps einer ganzen Region. Ohne flächendeckendes Chaos von Groß-Gerau bis Darmstadt. So sanft, dass mancher die Besucherzahlen des Betreibers anzweifelt. Nach der simplen Gleichung: kein Chaos, keiner da.Dabei scheint eine ebenso simp le Möglichkeit fast aus dem Blickfeld zu geraten: Die Stadt Weiterstadt hat gelernt und die richtigen Weichen gestellt. Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht und eine Verkehrsplanung realisiert, die manch anderer Stadt wohl nicht gelungen wäre. 72 Stunden pro Woche hat Loop 5 geöffnet, etwa 67 Stunden davon läuft der Verkehr meist reibungslos. Bleiben noch die fünf Stunden samstags zwischen zwölf und fünf Uhr am Nachmittag. Ganz klar: Die zeitweisen Samstagssperrungen der Autobahnabfahrten sind ein Ärgernis und erfordern neue Überlegungen, falls sie zur Dauereinrichtung werden. Und sie sind nicht schön zu reden. Nicht für die benachbarten Einkaufsmärkte, deren Kunden ebenfalls im Stau stehen, auch wenn sie vielleicht gar nicht zu Loop 5 wollen. Nicht für die Bürger Weiterstadts, die am Samstag auf der Autobahn unterwegs sind und einfach nur nach Hause möchten. Aber Weiterstadt ist auch in diesen Stunden nicht komplett eingesperrt wie vor fünf Jahren, als Segmüller eröffnete und kein Weg mehr aus der Stadt herausführte. Und Weiterstadt ist nicht zugeparkt wie damals, als Frankfurter, Offenbacher, Wiesbaden Autos plötzlich vor den Garagentoren der Einheimischen parkten. Vor zwei Jahren hat Weiterstadt die Notbremse gezogen und eine millionenschwere Nachbesserung für die Verkehrsführung rund um Loop 5 auf den Tisch gelegt. Freiwillig, der Gigant war längst genehmigt – auf der Basis eines Verkehrskonzeptes, das niemals ausgereicht hätte. Rechtzeitig die Kurve gekriegt.Verkehrskonzepte, betonen Planer, seien eben immer für die Regel gemacht, nicht für die Ausnahme. Und die Regel, die funktioniert gut in Weiterstadt: Staufreies Einkaufen im Loop 5 ist meist möglich. Hannibals Schlacht mag an den Kassen der Einzelhändler geführt werden. Jedenfalls wird sie nicht auf den Straßen zwischen Weiterstadt und Darmstadt entschieden.
Hannibals Straßen
Hannibal ist vor den Toren angekommen. Das kriegerische Bild, vor Jahren in Darmstadt geprägt, stimmt immer noch. Aber Hannibal hat keinen Flächenbrand hinterlassen. Keine ganze Region in Sippenhaft genommen wie vor fünf Jahren die Segmüller-Eröffnung, die für das blanke Chaos auf den Straßen gesorgt hatte.Was war nicht alles prognostiziert worden, als die Pläne für ein Mega-Einkaufszentrum im Weiterstädter Gewerbegebiet bekannt wurden. Und selbst kurz vor der Loop 5-Eröffnung spielten sich beim Gedanken an den Verkehr bei vielen wahre Horrorszenarien vor dem geistigen Auge ab. Sie sind nicht eingetreten. Der Einkaufsriese mit dem Leitthema Luftfahrt ist eher sanft gelandet. Ohne Verkehrskollaps einer ganzen Region. Ohne flächendeckendes Chaos von Groß-Gerau bis Darmstadt. So sanft, dass mancher die Besucherzahlen des Betreibers anzweifelt. Nach der simplen Gleichung: kein Chaos, keiner da.Dabei scheint eine ebenso simp le Möglichkeit fast aus dem Blickfeld zu geraten: Die Stadt Weiterstadt hat gelernt und die richtigen Weichen gestellt. Sie hat ihre Hausaufgaben gemacht und eine Verkehrsplanung realisiert, die manch anderer Stadt wohl nicht gelungen wäre. 72 Stunden pro Woche hat Loop 5 geöffnet, etwa 67 Stunden davon läuft der Verkehr meist reibungslos. Bleiben noch die fünf Stunden samstags zwischen zwölf und fünf Uhr am Nachmittag. Ganz klar: Die zeitweisen Samstagssperrungen der Autobahnabfahrten sind ein Ärgernis und erfordern neue Überlegungen, falls sie zur Dauereinrichtung werden. Und sie sind nicht schön zu reden. Nicht für die benachbarten Einkaufsmärkte, deren Kunden ebenfalls im Stau stehen, auch wenn sie vielleicht gar nicht zu Loop 5 wollen. Nicht für die Bürger Weiterstadts, die am Samstag auf der Autobahn unterwegs sind und einfach nur nach Hause möchten. Aber Weiterstadt ist auch in diesen Stunden nicht komplett eingesperrt wie vor fünf Jahren, als Segmüller eröffnete und kein Weg mehr aus der Stadt herausführte. Und Weiterstadt ist nicht zugeparkt wie damals, als Frankfurter, Offenbacher, Wiesbaden Autos plötzlich vor den Garagentoren der Einheimischen parkten. Vor zwei Jahren hat Weiterstadt die Notbremse gezogen und eine millionenschwere Nachbesserung für die Verkehrsführung rund um Loop 5 auf den Tisch gelegt. Freiwillig, der Gigant war längst genehmigt – auf der Basis eines Verkehrskonzeptes, das niemals ausgereicht hätte. Rechtzeitig die Kurve gekriegt.Verkehrskonzepte, betonen Planer, seien eben immer für die Regel gemacht, nicht für die Ausnahme. Und die Regel, die funktioniert gut in Weiterstadt: Staufreies Einkaufen im Loop 5 ist meist möglich. Hannibals Schlacht mag an den Kassen der Einzelhändler geführt werden. Jedenfalls wird sie nicht auf den Straßen zwischen Weiterstadt und Darmstadt entschieden.
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