Johann Seckler von der Forschungsanstalt Geisenheim glaubt zu wissen, warum der Schwefel in der Weinwelt immer wieder für hitzige Diskussionen sorgt: Seiner Ansicht nach hat er schlichtweg ein Image-Problem.
„Man denkt beim Schwefel gleich an rauchende Industrietürme und giftige Gase. Doch im Wein kommt kein Schwefel in Reinform vor, sondern lediglich schweflige Säure in geringer Konzentration. Die entsteht auch beim Gärungsprozess auf ganz natürliche Weise.“
Die Aufschrift „Enthält Sulfite“ sei nur für Allergiker relevant – bei ihnen könnten Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, betont der Diplom-Ingenieur. Obwohl Seckler also von der Unschuld des Schwefels überzeugt ist, hat er sich gewissermaßen dem Diktat der öffentlichen Meinung gebeugt und bereits in den neunziger Jahren ein Verfahren entwickelt, bei dem einiges an SO
In diesem Verfahren wird der Wein für etwa zwei Minuten auf 87 Grad erhitzt – also pasteurisiert, ähnlich wie Milch. „Auf diese Weise entstehen weniger Gärungsnebenprodukte, die den Geschmack beeinträchtigen, folglich braucht man auch weniger Schwefel“, erklärt der Weinforscher.
Durch das nur kurze Erhitzen bleibt der Alkohol erhalten. Davon verspricht sich Seckler „Weine mit einem höheren Akzeptanzgrad“ in der Bevölkerung – mit einem besseren Image also.
„Schwefel hat ein Image-Problem“
Weinforschung: Institut untersucht Wirkung von Schwefel im Wein –Verfahren zur Einsparung von Sulfit entwickelt – Höherer Akzeptanzgrad in der Bevölkerung angestrebt
GEISENHEIM.
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