Am 27. Januar ist weltweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden. Im Bundestag berichtete der Literaturkritiker und Holocaust-Überlebende Marcel Reich-Ranicki von der Deportation der Juden aus dem Warschauer Ghetto. Zum 67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erzählte der Einundneunzigjährige, wie die SS im Juli 1942 die „Umsiedlung“ anordnete. „Was die ,Umsiedlung‘ der Juden genannt wurde, war bloß (. . .) eine Aussiedlung, die Aussiedlung aus Warschau. Sie hatte nur ein Ziel, sie hatte nur einen Zweck: den Tod“, sagte er am Freitag in Berlin. Reich-Ranicki wirkte gesundheitlich angeschlagen.
An der Gedenkstunde nahmen auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) teil. Nach der Rede herrschte im Bundestag minutenlange Stille, unterbrochen durch verhaltenen Beifall.
Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte zuvor bei der Gedenkfeier im Parlament Bürger gewürdigt, die sich gegen Rechtsextremismus und Neonazi-Umtriebe engagieren. „Es sind Menschen, die ein Beispiel geben und Mut machen“, sagte er. Mit Blick auf die 2011 aufgedeckte Neonazi-Mordserie erklärte er, diese Gewalt und dieser Hass seien nicht zu akzeptieren. Derweil nahm der Neonazi-Untersuchungsausschuss des Bundestags die Arbeit auf.
Erinnerung an den Holocaust
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