FRANKFURT.
Mit dem Rad auf Schlagloch-Jagd
Verkehr: Schnelle Verbindung zwischen Nutzer und Behörde: Darmstadt und weitere Städte testen Mängel-Meldesystem
Bröckelnder Asphalt, rutschige Rillen, zu hohe Bordsteine und unerwartete Bauzäune: Radfahrer umfahren auf ihren Wegen im Rhein-Main-Gebiet ständig Hindernisse. Vereiste, nicht geräumte Radwege und zahlreiche vom Frost verursachte Schlaglöcher sind in den Wintertagen zusätzliche Tücken. Damit diese Stolperfallen künftig schneller behoben werden, soll in der Region - bundesweit einmalig - ein Mängel-Meldesystem an den Start gehen. Beteiligt sind die Städte Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Neu-Isenburg, Mühlheim, Friedrichsdorf und Bad Homburg. ,,Derzeit läuft der Testbetrieb der Meldeplattform Radverkehr", sagt Joachim Porada vom Integrierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagement (ivm). ,,Start ist voraussichtlich Anfang April."Radfahrer sollen künftig bauliche Mängel und Gefahrenstellen in die digitale Karte des ivm-Radroutenplaners eintragen können. Digitale Fotos können dazugestellt werden und die Ärgernisse dokumentieren. Als Beispiele nennt Porada auch fehlende Markierungen, undeutliche Beschilderungen, unsichere Abstellanlagen und Pfützen wegen mangelnder Entwässerung. ,,Die Radfahrer wissen oft nicht, wohin sie sich bei solchen Mängeln wenden sollen", sagt Porada. ,,Mit der Meldeplattform läuft das quasi automatisch. Sie bietet die Möglichkeit, das direkt an die zuständigen Stellen zu geben." Alle gemeldeten Mängel und Gefahrenstellen werden automatisch an die richtigen Ämter in der jeweiligen Kommune verteilt. ,,Wenn Grünschnitt in den Weg ragt, geht das an das Grünflächenamt, bei einem Loch im Asphalt wird der Bauhof verständigt", sagt Porada. ,,Die Plattform ist ein wunderbares Instrument, um das in die richtigen Wege zu leiten." Wenn das Schlagloch gestopft, der Bordstein abgesenkt oder die Markierung erneuert wurde, soll der Melder benachrichtigt werden. ,,Für die Kommunen hat das auch den Vorteil, dass sie wissen, welche Mängel behoben sind und welche noch in Bearbeitung sind." Viele wollten über die Gefahrenstellen auf ihren Radwegen Bescheid wissen, und nicht erst aus der Zeitung davon erfahren. Vorbild für die Meldeplattform Radverkehr ist ein Meldesystem in Belgien. In Deutschland gebe es zwar eine Meldeplattform für den Gesamtverkehr in Karlsruhe, aber ein System, wie es im Rhein-Main-Gebiet erprobt wird, noch nicht, sagt Porada. Einen großen Mehraufwand für die Sachbearbeiter befürchtet Infrastrukturmanager Porada nicht. In Belgien gebe es 2000 Meldungen pro Jahr, in Karlsruhe kämen rund 200 Einträge jährlich zustande. ,,Wir sind auf ein sehr gutes Echo gestoßen, die Kommunen wollen das. Sie sehen es als Möglichkeit, negativer Presse zuvorzukommen." Die Plattform soll zunächst ein Jahr laufen. ,,Dann wollen wir andere Kommunen überzeugen und dann das Ganze eventuell landesweit ausdehnen", sagt Porada. ,,Dafür brauchen wir dann aber auch die Landesregierung."
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