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05. Februar 2010  | pep/wei/dpa/e

Demos und geschlossene Kitas in Südhessen

Warnstreiks - Städtische Kitas in Rüsselsheim bleiben zu - In Darmstadt demonstrieren rund 500 Beschäftigte

SÜDHESSEN. 
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Rund 500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes folgten dem Aufruf von Verdi und demonstrierten am Freitag in Darmstadt. Foto: Roman Grösser

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind am Freitag in ganz Hessen weitergegangen: Am Tag drei der Aktionen gehörten die Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt zu den ersten, die ihre Arbeit nieder- und damit den Verkehr weitgehend lahmlegten.

Im nordhessischen Kassel beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben Mitarbeiter der Stadtreinigung und des Klinikums an dem Warnstreik. ,,Wir stellen lediglich eine Notbesetzung, damit die Patienten versorgt bleiben", sagte eine Sprecherin.

,,U- und Straßenbahnen fahren den ganzen Tag nicht", sagte der Sprecher der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft traffiq, Klaus Linek, am Morgen der Deutschen Presse-Agentur dpa. ,,Die U-Bahn ist mit das Rückgrat des städtischen Nahverkehrs - das wird sich auswirken." Außerdem würden 16 von 49 Buslinien der Stadt nicht fahren.

Um Mitternacht wollen die Beschäftigten in Frankfurt ihre Arbeit wieder aufnehmen, sagte Linek. Die Nachtbusse sind demnach nicht betroffen. Die von der Deutschen Bahn betriebenen S- und Regionalbahnen fahren regulär. Bereits am Donnerstag waren Reisende in den U-Bahn-Stationen über Lautsprecherdurchsagen über die geplanten Aktionen informiert worden.

Im Rhein-Main-Gebiet wurden neben dem öffentliche Nahverkehr in Frankfurt, Gießen oder Hanau auch Bürgerämter, Kindertagesstätten und Kfz-Zulassungsstellen bestreikt - etwa in Darmstadt und Rüsselsheim.

In Darmstadt machten rund 500 Beschäftigte der Kommunalverwaltungen und des Bundes mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt und einer Kundgebung auf dem Luisenplatz zwischen 10 bis 13 Uhr auf ihre Forderungen in der ,,Tarifrunde Öffentlicher Dienst 2010" aufmerksam. An den beiden Aktionen und einem Warnstreik, zu denen die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, beteiligten sich Mitarbeiter der Darmstädter Stadtverwaltung, darunter auch Erzieherinnen aus städtischen Kindergärten, der Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg und des Materialdepots der Bundeswehr.
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Rund 700 Streikende marschierten vom Rüsselsheimer Theater über die Betriebshöfe zum Rathaus. Foto: Frank Möllenberg

Auf dem Luisenplatz kritisierten Auszubildende und ein Sprecher von Heag mobilo ihre unbefriedigenden Arbeitsbedingungen. Die älteren Arbeitnehmer müssten noch länger arbeiten, während immer mehr Jüngere lange arbeitslos bleiben, befürchten sie. Die personellen Bedarfsplanungen der Arbeitgeber seien betriebswirtschaftliche Rechenspiele und deckten sich nicht mit der Realität. Die Redner beklagten Personalmangel, zunehmenden Arbeitsdruck bei stagnierenden Einkommen. Sie wiesen auf die Diskrepanz von öffentlichen leeren Kassen, hohen Managergehältern und den Milliardengewinnen der Deutschen Bank hin, die vom Finanzbedarf klammer Staaten und Firmen profitiert. Solidaritätsbotschaften überbrachten ein Betriebsratsmitglied von Schlecker und ein Darmstädter Schülersprecher.

Wegen der Demonstration gab es in der Innenstadt kleinere Verkehrsstörungen. Die Busse umfuhren die Innenstadt, Straßenbahnen wurden umgeleitet. Bei der Linie 9 kam es zu einer Verspätung von 20 Minuten, weil ein Fahrzeug des Demonstrationszuges auf den Gleisen stand.

Der Warnstreik im Öffentlichen Dienst hat am Freitag auch die städtischen Kitas in Rüsselsheim lahmgelegt. Rund 1700 Kinder seien davon betroffen gewesen, teilte eine Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Vereinzelt waren auch Ämter wie das Sozial- und Jugendamt beeinträchtigt. Geschlossen waren die Stadtbücherei und die Betriebshöfe, so dass sich die Leerung der Mülltonen auf Samstag verschiebt. In Volkshochschule und Musikschule fand kein Unterricht statt.

Zu einer Kundgebung vor dem Rüsselsheimer Rathaus kamen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 700 Beschäftigte, darunter Abordnungen aus Groß-Gerau, Mörfelden-Walldorf, Raunheim, Kelsterbach und Riedstadt. Zuvor waren die Streikenden vom Stadttheater über die Betriebshöfe zum Rathaus marschiert. Im Busverkehr kam es zu Verspätungen, aber nicht zu Ausfällen.

Verdi fordert für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen fünf Prozent mehr Geld und bessere Ausbildungsvergütungen. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen war am Montag in Potsdam ergebnislos vertagt worden.


 
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