TODESFALL Oberhaupt des Adelsgeschlechts mit 90 Jahren verstorben
ERBACH - (jös/gg). Franz Graf II. zu Erbach-Erbach, im Jagdschloss Eulbach lebendes Oberhaupt der Adelsfamilie, ist am vergangenen Freitag im Alter von neunzig Jahren verstorben.
Die auf Halbmast wehende Fahne des Grafenhauses auf dem Erbacher Schloss ließ Schlimmes erahnen: Am Freitag ist Franz Graf II. zu Erbach-Erbach, Kopf des Odenwälder Grafengeschlechts, im Alter von 90 Jahren verstorben. Am 5. Februar hatte er im Jagdschloss Eulbach, wo er zurückgezogen lebte, noch seinen runden Geburtstag feiern können und in einem ausführlichen Gespräch mit dieser Zeitung auf sein Leben und Wirken geblickt (ECHO vom 5. Februar: „Weltklug und heimatverbunden“).
Franz II. August Gustav Emich Adam Hubertus Friedrich Wilhelm Hans Karl zu Erbach-Erbach und von Warthenberg-Roth, Herr zu Breuberg, Wildenstein, Steinbach, Curl und Ostermannshofen, so der vollständige Name des Verstorbenen, führte das Haus Erbach seit 1952, nachdem sein Vater im Alter von nur 60 Jahren verstorben war. Die Aufgabe ging damals an ihn, weil sein älterer Bruder Eberhard im Zweiten Weltkrieg gefallen war.
Auch Franz II. hatte nach Schulzeit und Abitur in Arbeits- und Kriegsdienst unter anderem an der Ostfront gedient. Später absolvierte er ein Studium der Forstwirtschaft und bereitete sich damit auf die Übernahme der geschäftlichen Aktivitäten der Familie vor.
An die Stelle des Verstorbenen auf diesem Sektor ist schon seit Längerem Eberhard XIX., Erbgraf zu Erbach-Erbach, getreten, eines von drei Kindern aus zwei Ehen. Aus der ersten Verbindung mit Margarethe Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont (1923-2003) ging neben Eberhard Tochter Alexandra hervor; Sohn Magnus Alexander ist das gemeinsame Kind mit Christa geborene Blösinger (1947-2013), die im vorletzten Jahr verstorben ist. Zur engeren Verwandtschaft, die Franz II. hinterlässt, gehören fünf Enkel.
Mit zu verdanken haben die Erbacher dem Verstorbenen unter anderem den Brudergrund, dessen Gestaltung auf seine Initiative zurückgeht. An der Etablierung der Kammerkonzerte im Deutsche Elfenbeinmuseum war Franz II. ebenso maßgeblich beteiligt wie an der Förderung der Einrichtung selbst. Dem Museums- Kuratorium stand er lange Zeit ebenso vor wie etwa dem Odenwälder Rennverein.
Adelsfamilie?
Ohne dem Verstorbenen Famileinpatriarchen Franz Graf II. zu Erbach-Erbach irgendweches ehrenhafte Andenken absprechen zu wollen, darf ich doch auf die Tatsache hinweisen, dass der Adel in Deutschland nach Ende des 1. Weltkrieges abgeschafft wurde, es heute also allenfalls Familien mit ehemals adligem Hintergrund geben kann, aber keine Adelsfamilien mehr. Bei Flüchtlingen und Migranten scheut man auch auch nicht davor zurück, diese als Menschen mit "Migrationshintergrund" zu bezeichnen.
Kommentar bewerten (7) (79)Man solte vom Journalismus erwarten, dass er keine falschen Erwartungshaltungen nur eines bestimmten Publikums bedient, sondern sachlich richtig sich ausdrückt und informiert.
Uwe Theel, Bensheim
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