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07. Januar 2012 ho

„Michelangelo“ in Darmstadt

Die Restaurantkritik – Das „Michelangelo“ gehörte über viele Jahre zu den gastronomischen Eckpfeilern im Carree – Neubeginn in der Dieburger Straße

| Vergrößern | Die Tageskarte überragt in ihrer Größe den Wirt Michele Gargiulo, der mit seinem Restaurant „Michelangelo“ nun am Fuße der Mathildenhöhe residiert. Foto: Dagmar Mendel

Zentraler konnte die Lage eigentlich nicht sein: im Carree, in der Markthalle, mitten im Herzen der Darmstädter Innenstadt. Dort hat Michele Gargiulo über ein Jahrzehnt sein Ristorante „Michelangelo“ betrieben. Im Sommer konnte man draußen sitzen und bei einem Cappuccino oder einer Latte macchiato halb Darmstadt an sich vorbeiflanieren lassen. Für einen Teller Nudeln in der Mittagspause war das „Michelangelo“ auch immer eine sichere Bank. Dann kam 2011 das Aus.Der traurigen Geschichte der inzwischen mehr als halbleeren Darmstädter Markthalle ließen sich hier prima ein paar Zeilen widmen. Wir verzichten darauf, denn das „Michelangelo“ gibt es wieder, in weniger exponierter Lage. Vor einigen Wochen hat Gargiulo sein Restaurant in der Dieburger Straße (Ecke Lucasweg) wieder eröffnet, nur ein paar Schritte von der Mathildenhöhe entfernt. Diese Schritte sollte der Gast auch gehen – unmittelbar vor dem Lokal sind Parkplätze nämlich Mangelware. Aber so lässt sich der Restaurantbesuch noch mal eben mit ein bisschen Blick auf einen der schönsten Orte Darmstadts verbinden. Die Inneneinrichtung im „Michelangelo“ ist hell und elegant gehalten. An einer Wand prangt goldfarben der Schriftzug des Namensgebers, ein Ausschnitt seiner berühmten „Schöpfung Adams“ an einer anderen. Schön sind auch die Jalousien mit ihrem goldenen Brokatmuster.Die Speisekarte ist klassisch: eine ordentliche Auswahl von Pizzen, Nudelgerichten, Salaten, Fleisch und Fisch. Aber jeder, der regelmäßig beim Italiener isst, weiß, dass die Karte gleichsam nur das Pflichtprogramm ist.
 

Visitenkarte

Ristorante Michelangelo
Dieburger Straße 73
64287 Darmstadt
Telefon: 06151 4290477

Geöffnet Dienstag bis Sonntag
11.30 bis 14.30 und ab 18 Uhr.

Barrierefrei: nein,
kein Raucherbereich

Die Kür findet man im „Michelangelo“ auf großen Schrifttafeln, die bei Bedarf gerne an den Tisch gebracht werden.Die Dippegucker entschieden sich zum Einstieg für einen Querschnitt klassischer Antipasti: Caprese (8,50 Euro), Duetto aus Vitello tonnato und Rindercarpaccio (13 Euro), ein Carpaccio vom Lachs (12 Euro) und Scampi auf Avocadowürfeln (11 Euro). Die Caprese war tadellos, wozu beitrug, dass Balsamicoessig und Öl zur Selbstbedienung an den Tisch gebracht wurden. Das verhindert, dass Mozzarella und Tomaten gleichsam ertränkt werden. Auch die Scampi haben uns gut geschmeckt. Bei den beiden Carpaccios hingegen hatte der Koch sich nach dem Geschmack der Dippegucker so einen eklatanten Fehlgriff ins Salzfass geleistet, dass beide Speisen als nicht essbar reklamiert werden mussten. Zum Glück war das der einzige größere Ausrutscher an diesem Abend bleiben. Zum Hauptgang wählten wir zwei Nudelgerichte – Penne arrabiata zu 9 Euro und Spaghetti mit Miesmuscheln (12 Euro) – sowie eine Dorade vom Grill (19 Euro) und ein Kalbsfilet mit Steinpilzen (28 Euro). Das Rinderfilet kam – leider ungefragt – zartrosa auf den Tisch, die Dorade wurde am Platz vom Service fachgerecht zerlegt. Zu beiden Gerichten wurden kleine Schälchen mit überbackenem Gemüse und Pilzen gereicht, zum Kalbsfilet gab es eine Pilzsoße. Die Nudelgerichte waren einwandfrei, bei den Penne arrabiata hätten wir uns aber etwas mehr Speck in der Soße gewünscht.Obwohl die Größe der Portionen mehr als sättigend war, haben sich die Dippegucker zum Abschluss noch der Dessertauswahl gewidmet – zu Recht. Das empfohlene Schokosoufflé (5 Euro) hat uns ausgezeichnet geschmeckt, auch die Panna cotta (5 Euro) war delikat. Das Tiramisu (ebenfalls 5 Euro) stellte die Dippegucker ob seiner schieren Menge vor eine echte Herausforderung, der wir letztlich nicht gewachsen waren.Bei den Getränken bewegt sich das „Michelangelo“ im Bereich dessen, was vielerorts üblich ist. Die Flasche San Pellegrino kostet 5,50 Euro, gegen 1,80 Euro für eine kleine Cola ist nichts einzuwenden. Auch 1,90 Euro für einen Espresso zahlt der Darmstädter klaglos. Wer die traditionellen offenen Weine nicht mag, findet beim Blick in die Karte durchaus vernünftige Angebote zu entsprechenden Preisen.
 
 


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KOMMENTARE
Der traurigen Geschichte ... | Von:  kalle | 07.01.2012, 14:38 Uhr

... der inzwischen mehr als halbleeren Darmstädter Markthalle ließen sich hier prima ein paar Zeilen widmen. Wir verzichten darauf, ... und warum nimmt sich das DE dieser Thematik nicht einmal an anderer Stelle an? Die Markthalle, und darin war ja das Restaurant ansässig, ist auf ein Niveau abgesackt, welches seinesgleichen sucht. Auf der einen Seite nicht's und auf der anderen Seite ein Eingang, der stellenweise von einem Gemüsehändler so verbaut ist, dass sogar die Fluchtwege nicht mehr richtig frei sind. Dass es hier noch Geschäfte wie Zeiss und Bormuth hält ist echt eine Sensation. Dass etliche Mieter fluchtartig dieses Gebäude verlassen haben und im gleichen Atemzug aber keine neuen Mieter nachkommen, muss doch einen Grund haben. Hier gehört einmal nachgeforscht, denn das Carree ist immerhin im Mittelpunkt der Stadt und ganz gewiss kein Aushängeschild mehr. Wenn ich mir dagegen die Kleine Markthalle in Frankfurt anschaue ... ja, das ist was.

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Schade um das Carree | Von:  interessiert | 08.01.2012, 12:11 Uhr

Ein Hoch auf Michelangelo, dass er einen Neuanfang in der Dieburger Straße wagt. Ich habe ihn immer in der Stadtmitte geschätzt und er passte gut in das Gesamtkonzept der Innenstadt.

Wie mein Vorredner jedoch richtig erwähnt müsste das Problem Carree einmal stärker thematisiert werden. Es ist ein Trauerspiel, was in Innenstadt passiert. Und übrigens nicht nur dort: auch die Wilhelminenpassage vereinsamt immer mehr. Da schein das Loop doch mehr anzurichten (Q-Park sei dank), oder aber das EInkaufsverhalten hat sich in den letzten Jahren entschieden verändert.

| Antworten |
Der Darmstädter zahlt nicht klaglos ! | Von:  ulli | 08.01.2012, 18:51 Uhr

Wenn ich die Tageskarte auf dem Foto lese,dann reicht es mir.Ich brauche diesen überteuerten Italiener,weder im Carree(ganz traurige Geschichte),noch auf der Dieburger Strasse.

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