E-Paper | Mobil | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 
 
08. Januar 2011 cris

„Il Pastaio“ in Bensheim

Bensheims „Il Pastaio“ lässt den Besuchern gleich zu Beginn das Herz aufgehen und bietet bis zum Schluss wenig Grund zur Klage

| Vergrößern | Die Winterstimmung im Garten des „Il Pastaio“ in Bensheim bildet einen hübschen Kontrast zur heimeligen Atmosphäre im Inneren des Restaurants. Archivfoto: Ernst Lotz

Draußen ist die Welt eingefroren. Die Terrasse vom „Ristorante Il Pastaio“ in Bensheim ist vom Schnee erobert, das Entrée zum kleinen Stadtpark präsentiert sich als zauberhafte, aber unwirtliche Landschaft. Gut, dass einen im Inneren des Rodensteiner Hofs, das nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1983 Rathaus war, wohlige Atmosphäre empfängt. Das hängt mit den warmen Farbtönen der Einrichtung bis hin zu den mattgoldenen Platztellern und dem freundlichen Personal zusammen. Als dann noch ein nahrhafter Gruß auf den Tisch kommt, wird klar: Das kommt nicht einfach aus der Küche, es kommt von Herzen.Wo anderswo ein bisschen Bruschetta oder Pizzabrot mit Nix die Zeit überbrücken soll, punktet das Bensheimer Lokal mit dem Reiz der Zutaten: Rauke, Tomaten und milde Kapern auf dem Pizzabrot sind ein trefflicher Einstand.

So kann es weitergehen, und so geht es auch weiter. Die frischen gegrillten Artischocken mit gehobeltem Parmesan und Balsamico-Essig (9,50 Euro) zeugen davon, wie gekonnt man komplexe Geschmacksnoten zusammenfügen kann, ohne das jeweils Eigene zu gefährden; nicht mal die Schärfe der roten Zwiebeln erscheint ungebührlich. Etwas weniger Salz hätte den Feldsalat mit gegrillten Pilzen zu 6,90 Euro zum perfekten Auftakt gemacht zur kleinen Teigwarenkunde beim Nudelmacher, italienisch Pastaio.

Als kleine Portion kosten die hausgemachten schwarzen Tagliolini mit Shrimps in Krebssoße 8,50 Euro. Dafür bekommt der Gast einen Eindruck davon, wie Fisch-Aromen und eine Ahnung von Knoblauch ein Nudelgericht erheben können, statt es einfach nur zu dominieren. Bei den hausgemachten Steinpilzravioli (13,50 Euro) ist es wiederum kein Schaden, dass der Trüffelrahm die Sache an sich zieht. Jede einzelne der wenigen Teigtaschen bleibt doch ein kleines Ereignis.

Beim Teller mit Sepia und Riesengarnelen (18 Euro) wiederum hängt das Vergnügen davon ab: Sind die Teile nun durch oder noch nicht ganz? Der angenehme Grill-Geschmack vereint beiderlei Meeresgetier, und darüber hinaus lohnt es sich, das frische Gemüse in den Speise-Sedimenten aufzustöbern. Ganz kann die Pizza mit Salami, Champignons und Schinken (7,50 Euro) nicht mit dem Küchengruß mithalten - gar zu dünn und durchgeweicht fällt der Boden an einigen Stellen für den Geschmack der Dippegucker aus. Dafür begeistern die hauchdünn geschnittenen Kinderkalbsschnitzel mit Ofenkartoffeln mit ihrer Zartheit so sehr, dass man fast die Kosten von 14 Euro vergessen kann.
Zum Räsonnieren über Preis und Leistung laden naturgemäß auch die Getränke ein. Keine Debatten kann es bei den Standards geben: 0,3 Liter Zitronenlimonade kosten 2,40 Euro, kalter Kaffee noch mal 20 Cent mehr, dafür das Pils zehn Cent weniger, der Espresso 1,90 Euro - all das bietet keinen Grund zur Klage.

Im Grunde auch nicht der Vermentino namens Aragosta aus Sardinien, der einen dezenten Begleiter zum Fisch für sechs Euro das 0,2-Liter-Glas abgibt. Sein Kollege Costamolino bietet freilich zum selben Preis eine kleine Geschmacks-Explosion, und der ebenso teure apulische Rosé-Wein mit der Bezeichnung „Five Roses“ lässt als charakterstarker Tropfen an Melonen denken.

Dass der sardische Cannonau mit dem Titel Corte Auda einen Euro weniger kostet, leuchtet ein. Vom tollen Bukett bleiben beim Probieren die starken Tannin-Noten; sonst hat dieser Wein auch nach angemessener Wartezeit mehr Schärfe als Finesse zu bieten.

Ganz anders wirkt da der endlos scheinende Abgang des sardischen Grappa Turinga. Zeit, über den Preis von zehn Euro für das Gläschen nachzudenken - oder auch über den weitgehend gelungenen Abschluss, eine etwas stark geröstete Crema catalana für 6,50 Euro, warmen Mandelkuchen mit Eis, Sahne und Caramelsoße für 5,50 Euro und ein Vanilleeis mit heißen Waldfrüchten für sechs Euro - eines Mahls, das schon mit einem freundlichen Gruß die Kälte gebannt hat.



Visitenkarte
Ristorante Il Pastaio
Darmstädterstraße 5,
64625 Bensheim
Telefon: 06251 66770

Geöffnet täglich von 11.30 bis 15 Uhr
sowie 17.30 bis 24 Uhr.

Barrierefrei: nein,
Raucherbereich: nein

Schmucker Italiener mit einfallsreichem Angebot und gutem Service.

Internet: www.pastaio.de


 
 


BEWERTUNGEN
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten. | Anmelden |
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

 
Veranstaltungskalender
 
Veranstaltungskalender
Ihre Termine in ganz Südhessen für Kultur und Kunst, Märkte und Feste, Party und Clubs.
 
| Mehr |
ANZEIGE
Abo
 
Mini-Abo Genießen Sie die Berichterstattung zur Fußball-EM. Nutzen Sie außerdem Ihre Chance auf 1 von 8 ...
Mehr |
 
 
HOCHZEITSPORTAL

Ihre Hochzeit im Internet

Erstellen Sie Ihre persönliche Hochzeitsseite mit Ihrem Liebesglück, Hochzeitsanzeigen, Fotos und Videos, virtuellen Geschenken, Tipps und Ideen.
Mehr |
ANZEIGE
Urlaubsreif? Mit bestfewo.de finden Sie die passende Ferienwohnung für Ihren Traumurlaub.
 
SCHON GESEHEN?
 
 
ANZEIGE