Das Weiterstädter Gewerbegebiet Riedbahn ist nicht unbedingt die Gegend, in die sich der Ortsfremde zum Restaurantbesuch verirrt. Eigentlicher Publikumsmagnet ist das Einkaufszentrum Loop 5, und dessen „Food Court“ unterbreitet ein kulinarisches Angebot, das sich im Wesentlichen unter dem Oberbegriff „Nahrungsaufnahme“ zusammenfassen lässt.
Deshalb waren die Dippegucker ein wenig skeptisch, als sie vor kurzem wiederholten und hartnäckigen Leserhinweisen folgten und sich zu einem Besuch bei „Luigi“ entschlossen. Das ist Luigi La Pietra, und sein Restaurant liegt an der Ausfahrtschleife des Loop 5. Ähnlich den Dippeguckern sind sicher schon zigtausende von abgematteten Center-Besuchern achtlos vorbeigefahren, ohne den Drang zum Anhalten zu spüren. Durchaus zu ihrem Nachteil, wie die Dippegucker bei ihrem Besuch feststellen konnten.
Tatsächlich wirkt das Ristorante „Da Luigi“ auf den ersten Blick wenig einladend: ein paar Parkplätze und ein Wirtshausschild sind alles, was der Besucher sieht. Das ändert sich, wenn er durch einen schmalen Eingang in den Innenhof tritt, der zur Sommerszeit als Biergarten dient und mit Garnituren aus Holz und Korbgeflecht recht ansprechend möbliert ist. Und ein Blick auf die Speisekarte verhilft dann zur beruhigenden Erkenntnis, dass man hier nicht in der Blitzpizzeria gelandet ist.
Ristorante Pizzeria „Da Luigi“
Waldstraße 2
64331 Weiterstadt
Ortsteil Riedbahn
Telefon: 06151 9579499
Geöffnet täglich 11.30 bis 14.30
und 18 bis 23 Uhr.
Raucherbereich: nein,
barrierefrei: Stufe am Eingang.
Bei der Vorspeise entschieden sich die Dippegucker für ein paar Klassiker: Parmaschinken auf Melone, Vitello tonnato (jeweils 7,00 Euro) kamen nach angemessener Wartezeit frisch und schmackhaft in solider Qualität auf den Tisch. Der Meeresfrüchteteller (9,00 Euro) enthielt Tintenfischstückchen, Muscheln und verschiedene Scampi mit unterschiedlichen Dressings, auch hier hatten wir nichts auszusetzen. „Lassen Sie sich überraschen“, hieß es beim „Antipasto Luigi“ (10,00 Euro) auf der Karte, und tatsächlich hat es uns angesichts des beinahe überbordenden Tellers kurzzeitig die Sprache verschlagen. An vielen Tagen hätte uns die Portion ohne Weiteres als vollgültige Mahlzeit gereicht und allenfalls Platz für ein kleines Dessert gelassen. Wir entdeckten unter anderem Oliven, Schinken, Bruschetta, Meeresfrüchte und verschiedene gebratene Gemüse, allesamt zu unserer Zufriedenheit. Das zu den Vorspeisen gereichte Weißbrot verdient hingegen keine weitere Erwähnung.
Ungewöhnlich war die Zubereitungsart des „Tagliata della Casa“: dünn geschnittenes Rumpsteak direkt auf dem Teller gebraten. Ein auf den Rand gepresstes Fleischstück bewies zischend, dass der Kellner seine Warnung vor dem heißen Geschirr nicht umsonst ausgesprochen hatte. Leider schwammen die Fleischscheiben nach unserem Geschmack zu sehr im Öl, waren ansonsten aber sehr schmackhaft.
Der Schwertfisch nach Art des Küchenchefs (16,00 Euro) war mediterran zubereitet mit Rucola und Champignons. Das mit rosa Pfeffer abgeschmeckte Tomatenpesto sorgte für eine interessante Note. Leider wurden zu allen drei Gerichten als Beilagen lediglich Broccoli und Bratkartoffeln angeboten. Ohne Beanstandung waren die Bandnudeln in Sahnesoße mit Steinpilzen (6,50 Euro).
Als lohnend erwies sich der abschließende Blick auf die Dessertauswahl. Das Tiramisu (4,00 Euro) wurde untypisch im Glas serviert und war sehr lecker. Auch die Cassata und das Halbgefrorene (je 4,00 Euro) haben uns zum Abschluss geschmeckt.
Am Ende des Abends waren die Dippegucker zufrieden und froh, dem Rat der Leser in die Riedbahn gefolgt zu sein. „Da Luigi“ bietet beileibe keine Spitzengastronomie, hebt sich aber vom üblichen Pizzabäcker wohltuend ab und bietet vor allem in Relation zu den moderaten Preisen eine ansprechende Küchenleistung.

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