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Dippegucker: „Bürgermeister-Pohl-Haus“ in Darmstadt-Wixhausen

Restaurantkritik – Angenehmes Ambiente und eine stimmige Küchenleistung – Oase in der Betonwüste

Es ist eingedeckt: Blick in den Gastraum im Bürgermeister-Pohl-Haus, das ein überraschend angenehmes Ambiente bietet. Foto: Andre Hirtz
Im Oktober 2012 ist das Wixhäuser Bürgerhaus nach längerer Sanierungsphase wiedereröffnet worden und damit auch die umgestaltete Gaststätte. Pächter Konrad Voß ist hier kein Unbekannter, er stand bereits bei seinem Vorgänger in der Küche, zwischendurch betrieb er mit seiner Frau das „Kleine Restaurant“ in Pfungstadt.
DARMSTADT.

Zugegeben, das „Bürgermeister-Pohl-Haus“ im nördlichen Darmstädter Stadtteil Wixhausen ist keine Augenweide. Auch nach den aufwendigen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen sieht das aus den siebziger Jahren stammende Bürgerhaus von außen aus wie ein typischer Vertreter dieser Zweckbau-Architektur. Doch beim Betreten des neu gestalteten Restaurants vergisst der Besucher gleich die Betonwüste um sich herum und ist angenehm überrascht. Der mit Parkettboden und holzvertäfelter Bar im Bistro-Stil eingerichtete Gastraum wirkt wie eine Oase in dieser sachlichen Umgebung. Tischläufer, schwere dunkle Holzstühle und Tische sowie Deko-Nischen in der Wand runden das stimmige Ambiente ab. Geblieben sind die beiden Säle, die auch bewirtschaftet werden. So mancher Gast wird hier in den vergangenen Jahren bereits eine Familienfeier miterlebt haben.

Visitenkarte

Gaststätte „Bürgermeister-Pohl-Haus“

Im Appensee 26

64291 Darmstadt

Telefon: 06150 1849661

Internet: www.bürgermeister-pohl-haus.de


Täglich geöffnet 17 bis 23 Uhr, sonntags 11.30 bis 14 Uhr und von 17 bis 23 Uhr, Dienstag Ruhetag

Barrierefrei: ja

Raucherbereich: nein


Lokal im Bistro-Stil mit guter deutscher Küche und freundlich-aufmerksamen Service.

Eine Schiefertafel mit Tagesempfehlungen an der Wand sowie der Aufkleber an der Eingangstür mit dem Hinweis auf Wild aus der Region zeigen gleich an, wo es in der Küche langgeht: Frische, gut-bürgerliche Gerichte bilden den Schwerpunkt. Das Pächterpaar Voß passt das Angebot also dem Bürgerhaus an, auch was die Preise betrifft. Die reguläre Speisekarte ist klein gehalten, ergänzt wird sie durch ein eng bedrucktes, gerolltes DIN-A4-Blatt, das in einem Glas auf dem Tisch steckt. Dadurch vergrößert sich die Auswahl, lediglich die Tintenfischringe passen nicht so recht dazu. Wer montags kommt, kann Flammkuchen für je fünf Euro essen, donnerstags ist Schnitzeltag.

Das Weinangebot ist überschaubar. Das offene Rotwein-Viertele „Dornfelder“ vom Pfälzer Weingut Schlipp (4,90 Euro) hat uns geschmeckt, ebenso der Umstädter „Rotling“-Rosé (5,50 Euro). Die Bier-Fraktion wird von der Darmstädter Brauerei bedient. Eine große Flasche Mineralwasser kostet vier Euro.

Die Wartezeit bis zur Vorspeise verkürzt ein kleiner Gruß aus der Küche: Wurstsalat auf knackigem Weißbrot – einfach und gut, da locker und leicht. Vorneweg gibt es zwei Salat-Variationen. Die zahlreichen Shrimps auf bunten Blattsalaten werden getoppt von einem herrlich lockeren Thousand-Island-Dressing (9,80 Euro). Der nicht zu streng schmeckende Ziegenfrischkäse – ebenfalls auf Blattsalaten – ist umgeben von einer fruchtigen Preiselbeer-Vinaigrette und frischen Walnüssen. Dazu wird knackiges Weißbrot serviert.

Die Portionen sind reichlich. Wer meint, mit dem Vesperteller (9,50 Euro) eine kleine Brot-Mahlzeit mit Käse und Wurst serviert zu bekommen, der irrt. Geschmacklich ist aber nichts auszusetzen. So ist auch an den Nachbartischen nicht nur einmal an diesem Abend zu hören, dass es toll geschmeckt habe, nur zu viel sei.

Die Portion vom Wildschwein in den Variationen – Keule, Medaillon vom Rücken und Frikadelle – dazu Pilze, Semmelknödel und eine Preiselbeerbirne (16,80 Euro) erfordert ebenfalls einen strammen Esser. Dieser wird für seinen Einsatz mit auf den Punkt zubereitetem Fleisch belohnt. Lediglich die Konsistenz der Wildschweinfrikadelle ist etwas zu fest. Dafür entschädigen die lockeren Semmelknödel mit leichter Muskatnote. Zart ist auch die geschnetzelte Schweinelende, die von einer leckeren Rahmsoße mit frischen Kräuterseitlingen und Spätzle begleitet wird (14,80 Euro). Ganz fürsorglicher Gastgeber, kommt Konrad Voß an die Tische, sucht den Kontakt. Lob ist ihm an diesem Abend sicher. Doch auch ihm gelingt es nicht, die Dippegucker noch zu einem Nachtisch zu überreden. Schokoküchlein mit Walnusseis locken. Stattdessen gibt es von Münkels Beerenhof aus Mainbullau eine Reneklode – flüssig (vier Euro). Ein perfekter Abschluss.

 

Artikel Text Laenge: 4013

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  • 13. April 2013
  • Von bet
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