Der Name ist Programm: Übermäßig viel Platz ist in der Gaststube tatsächlich nicht - sechs oder sieben Tische, mehr nicht. Und auch die Lage ist nicht das, was man von einem Restaurant eigentlich erwartet: Der Zugang liegt im Hof eines Anwesens in der Pfungstädter Pfarrgasse - mag sein, dass das früher mal ein Hofladen oder auch ein Stall war. Heute weist lediglich eine kleine Leuchtreklame an der Stirnseite auf die derzeitige Nutzung hin: »Kleines Restaurant«.
»Wild und Wein« steht mit Kreide auf eine Tafel geschrieben. Und tatsächlich dreht sich in der Küche dieser Tage viel um Hase, Reh und Wildschwein. Eine ganze Zusatzkarte ist dem Thema gewidmet, unter dem Motto »Der Winter gibt sein Bestes«. Wer mag, bekommt auch Gans oder Flugente, allerdings nur auf Vorbestellung. Die Weinkarte enthält tatsächlich eine recht ordentliche Auswahl meist regionaler Gewächse.
Die Dippegucker entschieden sich zur Vorspeise für Vitamine: Feldsalat mit geräuchertem Wildschweinschinken (8,50 Euro). Das ist wahrhaft nichts Kompliziertes, die Küche zeigte hier aber bereits, worauf es ihr ankommt: einfache Produkte ohne überflüssigen Schnickschnack, aber frisch und mit etwas Pfiff zu präsentieren.
Der Wildschweinschinken war mild und zugleich herzhaft geräuchert, der Feldsalat angemessen mit schönem Öl übergossen, außerdem waren geröstete Kerne untergehoben. Für den besonderen Geschmack sorgte ein fruchtiger Klecks, den wir zunächst nicht eindeutig identifizieren konnten, den uns der freundliche Service dann aber als Orangen-Trauben-Chutney erläuterte.
Auch zum Hauptgang blieben wir dem Wild treu: Die normale Karte bietet als Alternative zum Beispiel Irisches Lammrückenkarree, Barberie-Entenbrust oder Rumpsteak.
Wir entschieden uns für eine Hasenkeule mit Kartoffelplätzchen statt Semmelknödeln, dazu Rotkohl (13,50 Euro) sowie einen Wildteller »Hubertus« (14,50 Euro): Wildschweinragout, Wildschweinbratwurst, geschmortes Reh, dazu Rotkohl und Kartoffelklöße sowie eine Preiselbeerbirne. Bei den Hauptgängen hatte es uns insbesondere die Qualität des Fleisches angetan: hauchzart und auf den Punkt gegart. Die Beilagen waren ordentlich und schmackhaft, das Rotkraut hätte allerdings etwas wärmer sein dürfen.
Mit zwei Angeboten ist die Dessertauswahl überschaubar. Wir entschieden uns für die winterliche Variante: Spekulatius-Tiramisu (5,50 Euro). Das kam leicht und fluffig auf den Teller, die weihnachtlichen Gewürze waren jedoch eher zu ahnen als zu schmecken.
Fazit: Wir behalten unseren Besuch im »Kleinen Restaurant« in guter Erinnerung - wegen des sehr persönliches Stils, mit dem das Restaurant geführt wird, wegen der leckeren, bodenständigen Küche und wegen des sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Da merkt man, was ein paar Kilometer Abstand von Darmstadt schon ausmachen können.
Visitenkarte
Kleines Restaurant
Pfarrgasse 27
64319 Pfungstadt
Telefon: 06157 8036677
Geöffnet Donnerstag bis Montag 18 bis 24 Uhr.
Barrierefrei: ja
Raucherbereich: nein
Kleines, sehr persönlich geführtes Restaurant mit etwas ungewöhnlicher Atmosphäre, sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, deutsche Küche.
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