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11. Oktober 2011 bet

„Su Chin“ in Darmstadt

Restaurantkritik: „Su Chin“ in Darmstadt bietet asiatische Speisen zu sehr günstigen Preisen

| Vergrößern | Für Sushi-Anfänger bietet das „Su Chin“ ein reichhaltiges Angebot. Foto: Claus Völker
DARMSTADT. 

Wer in einem asiatischen Restaurant auf Glückskatzen, Bodenvasen und Pagoden-Interieurs nicht verzichten will, der ist im Darmstädter „Su Chin“ schlecht aufgehoben. Eher nüchtern ist das Ambiente in der Darmstädter Heinrichstraße 68. An diesem Standort haben sich schon einige Gastronomen zuvor versucht, das „Su Chin“ existiert dort seit zwei Jahren. Dunkle Holzstühle gepaart mit asiatischen Poster-Motiven an der Wand und einigen Lampions gehören zur Einrichtung. Genauso schnörkellos ist auch die Karte, die es als Hochglanz-Leporello zum Mitnehmen gibt – wie alle 121 Speisen sowie die Sushi-Variationen. Auf dieses Angebot kommen im Laufe des Abends viele Kurzzeit-Gäste zurück, die freudig an der Theke auf ihre Ess-Pakete für daheim warten. Der detailgenau gestaltete Leporello empfiehlt sich als Parallel-Lektüre zur Speisekarte und für „Sushi-Anfänger“ sowieso. In Bild und Text wird erklärt, was sich in den kleinen Reisröllchen verbirgt. Auch hier ist die Auswahl riesig, acht Sushi-Menüs sind zusätzlich im Angebot – zum Preis von 6,50 bis 13 Euro. Eins vorab: Für diese Preise – knapp oberhalb der Supermarkt-Box – kann man kein Sushi von einem japanischen Großmeister erwarten. Das Ergebnis ist aber absolut in Ordnung. Ein Sushi-Laufband mit bunten Tellerchen gibt es in diesem Restaurant nicht. Die Gäste werden am Tisch bedient, was wir als angenehmer empfinden.
Angesichts der umfangreichen Speisen-Auswahl braucht es zur Bestellung etwas Zeit, was dem Kellner jedoch Geduld abverlangt. Die Dippegucker entscheiden sich vorneweg für einen Klassiker: sechs vegetarische Mini-Frühlingsrollen (1,50 Euro). Serviert werden die nicht zu fettigen Teiglinge mit einer süß-sauren Soße. Ein verheißungsvoller Auftakt, den auch die großen Maki-Sushi bestätigen. Vier Futo Maki für fünf Euro (Masago, Surimi, Gurke, Avocado, Rettich, Tamago und Sesam). Statt Surimi hätten wir lieber Garnelen bestellt, gut geschmeckt hat es dennoch. Vier Vulcano (Aal, Lachs, Garnele (!), Avocado und Frischkäse) gibt es zu sechs Euro. Die Konsistenz ist angenehm im Biss, alles ist frisch. Aber: Die Maki-Rolle ist zu groß, um sie auf einmal in den Mund zu stecken. Mit den Stäbchen abbeißen ist schwierig, Messer und Gabel sind hilfreich, aber ein Tabu-Bruch.
Das Menü 246 – jeweils mit rohem Tintenfisch, Garnele, Thunfisch, Fischrogen, Lachs und Surimi – ist ein Leckerbissen für Sushi-Fans und für 13 Euro allemal günstig. Der Reis ist nicht zu pappig, er fällt andererseits auch nicht zu schnell auseinander. Der Fisch stets aromatisch, die Fischrogen vom Kapelan (Masago) fühlen sich angenehm am Gaumen an. Ein leichter Geruch nach Meer macht sich bemerkbar. Um diese positiven Eindrücke nicht zu zerstören, sollte die dazu gereichte Wasabi-Paste nur in geringen Dosen in die Soja-Soße eingerührt werden, deren Gebrauch wiederum sparsam sein sollte.

Visitenkarte

Su Chin
Heinrichstraße 68
64283 Darmstadt
Telefon: 06151 4297647

Geöffnet Sonntag bis Freitag von 11.30 bis 14.30 Uhr
und von 17 bis 23 Uhr,
Samstag von 17 bis 23 Uhr

Barrierefrei: nein,
Raucherbereich: nein


Wer kein Sushi mag, hat im „Su Chin “ reichlich Alternativen wie das knusprige Hähnchen mit Erdnuss-Soße (6,80 Euro) zum Beispiel. Da es zu kalt aus der Küche gekommen ist, muss der Teller vom Kellner noch einmal zurückgetragen werden. Im zweiten Anlauf überzeugt dann die Zartheit des Geflügels gepaart mit der angenehmen Süße der Soße. Pikant und angenehm scharf abgestimmt ist die Curry-Soße mit Kokosmilch zu den gebratenen Garnelen für 7,80 Euro. Auch hier ist die Portion reichlich, der Reis angenehm fluffig. Dazu gibt es knackigen Brokkoli und Paprika.
Wein wird im Su Chin übrigens nur offen angeboten, ohne jegliche Herkunftsbezeichnung – trinkbar. Die große Flasche Mineralwasser kostet drei Euro.
Ein Nachtisch müsste eigentlich nicht mehr sein. Die Auswahl beschränkt sich auf gebackene Ananas mit Honig und Sesam oder gebackene Banane mit Honig und Sesam – jeweils für zwei Euro. Die Frage nach einer Kugel Eis dazu wird negativ beschieden, vielleicht eine kleine Anregung für die Küche. Nicht zu klebrig und nicht zu süß ist das Obst, intern gewinnt übrigens die Ananas das Geschmacksrennen.

 
 


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