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19. Juni 2010 job

"Ada's Buka" in Lautertal

Restaurantkritik: Der Weg nach Afrika führt nach Lautertal: Eine kulinarische Fernreise in das Lokal ,,Ada's Buka" auf dem Felsberg

| Vergrößern | Starke Knolle: Die Yamswurzel, hier nach der Ernte in Burkina Faso, zählt in Westafrika zu den beliebtesten Früchten. Foto: Marco Schmidt

Anruf bei Ada's Buka. Ob denn geöffnet sei? Die Antwort kommt zögerlich. Geöffnet, das schon. ,,Aber es gibt keinen Fußball." Das muss ja nicht immer ein Nachteil sein. Unser Besuch im Restaurant oberhalb des Felsenmeers folgt dem Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft, und nach zwei Halbzeiten mit Vuvuzela-Konzert genießt man die Ruhe im Biergarten auf dem Felsberg um so mehr. Aber auch zu anderen Zeiten ist dieser Ausflug wie ein Stück Ferien - und sogar wie eine kulinarische Fernreise. Denn seit einigen Jahren führt Bridget Robinson-Kuba die traditionsreiche Ausflugsgaststätte, eine nigerianische Betriebswirtin, Königstochter und passionierte Köchin.

Wie Afrika klingt, wie Afrika feiert, ist derzeit täglich im Fernsehen zu erleben. Aber wie schmeckt dieser Kontinent? Die Fußball-WM war der Anlass, einmal wieder bei Ada's Buka einzukehren - ,,Ada" ist die Wirtin, denn so nennt man in Südnigeria die erstgeborene Tochter, ,,Buka" bezeichnet ein kleines Straßenrestaurant. Die Küche in Südafrika mag von europäischen und asiatischen Einflüssen geprägt sein, die westafrikanische Kochkunst, wie sie in Ada's Buka gepflegt wird, erweist sich als handfeste, sehr ursprünglich wirkende Angelegenheit. Die ungewohnten Geschmackserlebnisse sind eine Herausforderung für den neugierigen Gaumen. Die einhelligste Zustimmung fand bei unserer Stichprobe nicht zufällig jenes Gericht, das am ehesten der Mittelmeerküche ähnelt - einwandfrei gegarte Filets vom Red Snapper sind in einer Soße angerichtet, deren Bestandteile Mango und Amarula (ein afrikanischer Wildfruchtlikör) zurücktreten hinter den kräftigen Meeresgeschmack (16,90 Euro). Der Teller ist gut gefüllt und hübsch anzusehen, ebenso beim gelben Gemüsereis mit Curry vom Bio-Rind (15,50 Euro) - die kleinen Fleischstücke sind von kräftigem Geschmack, auffallend fester Konsistenz und trotzdem saftig. Unauffälliger im Aroma und ebenfalls nicht unbedingt zart sind die Straußenfilets, die mit Gemüsestücken auf zwei Spießen stecken (19,90 Euro), dazu gibt es ausgezeichneten Spinat und Scheiben von der Maniok-Knolle, die dem europäischen Gaumen fremd erscheinen.Diese Hauptgerichte stehen auf der Abendkarte, die ganz den afrikanischen Spezialitäten gewidmet ist. Im Tagesgeschäft, das den Wünschen vieler Ausflügler gerecht werden soll, gibt es auch Landläufiges wie Handkäse oder Bratwurst mit Pommes. Neugierige Wanderer können sich allerdings auch mit der Antilopenbratwurst stärken, die Pommes sind dann nicht aus Kartoffeln, sondern aus der in Westafrika sehr beliebten Yamswurzel geschnitten (12,50 Euro).

Das macht neugierig auf mehr, und es mag den einen oder anderen Zufallsgast geben, der für die Fortsetzung seines Afrika-Experiments wiederkehrt, angelockt vielleicht auch von der dezent afrikanischen Einrichtung in der Gaststube, die mit einfachen Mitteln wie folkloristischen Wandbehängen und tropfenförmigen Papierlampen ihr Ethno-Flair herbeizitiert. Auch die freundliche und sehr gelassene Atmosphäre trägt zum Wohlbefinden bei. Dass das Prinzip frischer Zubereitung mit gewissen Wartezeiten einhergeht, steht schon auf der Speisekarte, und es ist nicht gelogen. Besondere Freude hatten wir an den Vorspeisen - Putenfleischspieße mit Erdnusssoße oder frittierten Bohnenbällchen mit tomatiger Gemüsesoße (je 4,90 Euro), ein ,,Freundschaftscaprese" bringt neben den üblichen Zutaten Tomaten, Mozarella und Basilikum noch Mangoscheiben und rosa Pfefferbeeren mit (fünf Euro). Bei den Desserts hingegen ließ die Begeisterung ein wenig nach, die Amarula-Creme war eher eine suppige Angelegenheit, die den Geschmack des Likörs bestenfalls ahnen ließ, zumal in der Kombination mit sehr sauren Ananas-Stücken und erwärmten Mangowürfeln (sechs Euro). Ein Darmstädter Pils (0,3 Liter) kostet 2,70 Euro, womit gewiss auch die Reise des Fasses auf den Felsberg honoriert wird. Sehr interessant klingt die Auswahl an südafrikanischen Weinen (Flaschen unter 15 Euro); der zurückhaltend aromatische Culemborg vom Westkap (3,90 für 0,2 Liter) begleitet das Essen auf angenehme Weise.


Visitenkarte

Ada's Buka
Felsberg 3
64686 Lautertal
(Abzweig an der Straße zwischen Balkhausen und der Kuralpe)
Telefon: 06254 308898

Geöffnet freitags 18 bis 22 Uhr, samstags sowie an Sonn- und Feiertagen 11 bis 22 Uhr.
Jeweils am ersten Freitag und Samstag des Monats Afrika-Büfett mit Live-Musik.

Barrierefreier Zugang: ja, Raucherbereich: nein


Internet: www.adas-buka.de
 
 


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