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Leichtere Abwehr gegen Cyber-Mobbing und Rufmord

Cyber-Mobbing – Opfer können sich jetzt leichter wehren – IT-Spezialist Achim Weidner bietet neues Kompaktangebot

Die neue Kooperation „Cyber Crime Law“ will Hilfe bei Mobbing im Internet bieten. Das Konzept hat der Rüsselsheimer IT-Spezialist Achim Weidner entwickelt. Er betreut die technische Komponente einer verbundenen Operation gegen Nachstellungen im Web. Screenshot: Cho
Texte im Internet sind oft aggressiv. Die Schwelle für Rufmord liegt niedrig. Es beginnt mit einer Verunglimpfung oder einem Gerücht. Im Web wird es weitergetragen. Für die Opfer ist es mitunter der Anfang eines Albtraums. Wie soll soll man sich wehren? Der Rüsselsheimer Achim Weidner bietet einen Weg.
RÜSSELSHEIM.

Der Stress beginnt schon in der Schule, danach geht es im Netz weiter. Selbst das Heim bietet keinen Schutz mehr. Schüler fordern andere zum Selbstmord auf. Den ganzen Tag über geht ein Sturm von verbalem Dreck auf die Opfer nieder. Zwei Drittel aller Internet-Nutzer auf der ganzen Welt sollen bereits Opfer von Angriffen im Internet geworden sein. Meist wissen die Betroffenen nicht weiter und fühlen sich derart in die Enge getrieben, dass am Ende tatsächlich der Selbstmord steht.
Der Rüsselsheimer IT-Spezialist Achim Weidner beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dem Thema Internet, besonders interessieren ihn Rechtsfragen in diesem Raum, der vielen gesetz- und regellos vorkommt. Dieser Einstellung würde Weidner wohl widersprechen. Denn solche Vorurteile sind vielleicht verantwortlich dafür, dass viele Internetopfer sehr leicht resignieren und sich in ihr Schicksal ergeben.
„Die Hemmschwelle, sich zu wehren und einen Anwalt zu suchen, ist hoch. Wir wollen sie senken. Die Betroffenen stehen meist alleine oder sind minderjährig und wissen nicht, was zu tun ist, außerdem schrecken sie die Kosten. Und da sagen wir: Hier ist eine Gruppe, die sich für dich wehren kann, und du weißt schon von vorneherein, was es kostet“, sagt Weidner.
Das Mittel dazu hat der Internetfachmann in einem kompakten Angebot mit festen Kosten und einer einfachen Handhabung für das Opfer gefunden. Alle technischen Arbeitsgänge löst Weidner, das juristische Verfahren übernehmen die Anwälte der mit dem Rüsselsheimer verbundenen Kanzlei in Osnabrück. „Cyber Crime Law“ nennt sich die Kooperation, die den Gang zum Anwalt spart. Wie Weidner sagt, gibt es ein Angebot mit dieser Breite – gemeint ist das verbundene Vorgehen von Technik und Recht – noch nicht in der Bundesrepublik. Tatsächlich ist es eine Offerte von A bis Z – von Aufklärung bis Zivilprozess.
Seit zwei Monaten arbeitet „Cyber Crime Law“ und hat bereits die ersten Internet-Attacken auf Klienten abgestellt. Wie funktioniert's? Das Verfahren ist einfach. Das Opfer wählt die Internet-Seite der Kooperation an und füllt ein Formular aus, auf dem es seine Personalien angibt und das Vorkommnis schildert. Weidner nennt drei Module, nach denen dann vorgegangen wird. Im ersten sichert der IT-Spezialist verwertbare Beweise. Er loggt sich dazu auf der Seite seines Klienten bei den sozialen Netzwerken wie Facebook ein. Bei diesen Betreibern werden auch die Daten des Angreifers ermittelt. Ein Brief mit einer schriftlichen Unterlassungsaufforderung durch die Anwälte folgt. Dem Verursacher wird darin aufgetragen, die Beleidigungen zu löschen. Der Auftraggeber muss dafür lediglich einmalig 69 Euro bezahlen. Das zweite Modul kostet zehn Euro mehr. Dabei wird gleich der Netzwerkbetreiber aufgefordert, die beleidigenden Bilder, Texte oder Videos zu löschen. Für die dritte Stufe muss der Klient 99 Euro zahlen. Sie schließt eine Strafanzeige durch die Rechtsanwälte bei der zuständigen Staatsanwaltschaft ein.
Fast alle Gegenmaßnahmen laufen über die Datenverarbeitung. Der Auftraggeber trifft sofort auf Spezialisten für das Internet. „Es ist alles in wenigen Minuten passiert. Deshalb können wir die Leistungen für diese Preise anbieten“, sagt Weidner. Sollte es dennoch zu einem Prozess kommen, entstehen für den Geschädigten immer noch keine Kosten, denn Delikte des Persönlichkeitsrechts sind nebenklagefähig.
Übrigens hat auch Achim Weidner schon selbst erfahren, wie verletzend solche Angriffe sein können. Als Rüsselsheimer Stadtverordneter steht er in der Öffentlichkeit. In diesem Kontext erschienen vor einiger Zeit entstellende Fotos von ihm in Internet. Doch der Internetfachmann wusste sich zu wehren. Die Bilder verschwanden.

 

Artikel Text Laenge: 3742

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  • 27. November 2012
  • Von ww
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