Zum europäischen Tag der Internet-Sicherheit hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor immer komplexeren Bedrohungen durch Cyber-Angriffe gewarnt. Dabei sei „das reibungslose Funktionieren dieser Informationstechnologie für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ein Faktor von essenzieller Bedeutung“, erklärte die Behörde am Freitag in Bonn. Zum Auftakt einer neuen Reihe „BSI-Empfehlungen zur Cyber-Sicherheit“ gaben die Experten konkrete Empfehlungen zur sicheren Konfiguration eines Windows-Computers heraus.
Im Blick steht dabei der vollständige Nutzungszyklus eines PCs vom Kauf über Installation, Inbetriebnahme und den regelmäßigen Betrieb bis zur Entsorgung. „Dabei geht es nicht um die Darstellung einer hundertprozentigen theoretischen Sicherheit, sondern vielmehr darum, in der Praxis die größtmögliche Sicherheit bei vertretbarem Aufwand zu erreichen“, erklärte das BSI. Der „Safer Internet Day“ will auf aktuelle Online-Risiken aufmerksam machen und das Bewusstsein für Schutzvorkehrungen stärken.
Beim Internet-Browser empfehlen die BSI-Experten die Nutzung von Google Chrome. Dessen Sandbox-Technologie ermöglicht eine Abschottung der aus dem Web eintreffenden Daten vom übrigen Betriebssystem. Sicherheit sei von Beginn an ein zentrales Thema bei der Entwicklung von Google Chrome gewesen, erklärte dazu Google-Manager Wieland Holfelder.
An dem Aktionstag „Safer Internet Day“ werben mehr als 60 Länder für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet. Das internationale Motto heißt in diesem Jahr „Connecting generations and educating each other“ („Generationen verbinden und sich gegenseitig weiterbilden“). Auf zahlreichen Veranstaltungen informieren Institutionen und Organisationen zum Beispiel darüber, worauf Kinder und Jugendliche beim Chatten und Surfen im Netz achten sollten. Der Aktionstag ist eine Initiative der Europäischen Kommission. In Deutschland koordiniert das Projekt klicksafe die Aktivitäten.
www.klicksafe.de
„Anwender können sich oftmals nur schwer vorstellen, dass es im Internet auch Kriminelle gibt, die sie ausrauben wollen“, sagte der Laborleiter der Sicherheitssoftware-Firma G Data, Ralf Benzmüller. „Erbeutete Passwörter, Kreditkarteninformationen, Zugangsdaten zu E-Mail- oder Online-Konten werden in entsprechenden Untergrundforen schnell zu Bargeld gemacht oder für weitere Straftaten eingesetzt.“ Das fehlende Risikobewusstsein vieler Internet-Nutzer mache es den Tätern leider häufig sehr einfach.
Der Aktionstag lenkt den Blick auch auf Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen. „Mütter und Väter sollten die Online-Gewohnheiten ihrer Sprösslinge beobachten, um ihnen eine verantwortungsvollere Nutzung von sozialen Netzwerken vermitteln zu können“, sagte der Gründer des Dienstes secure.me, Mario Grobholz. „Ebenso wie Eltern ihre Kinder nach Erlebnissen im Schulalltag fragen, sollten sie über die Aktivitäten in Facebook & Co. sprechen.“
Die Absicherung des eigenen PCs gegen Risiken aus dem Internet erschöpft sich nicht im Virenschutz und einer Firewall: Das Sicherheitsdenken sollte bereits beim PC-Kauf einsetzen und sich bis zur Entsorgung des Geräts erstrecken, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. „Mit wenigen Maßnahmen können PCs unter einem aktuellen Microsoft Windows so abgesichert werden, dass eine weitgehend sichere Nutzung von Dienstleistungen über das Internet möglich ist“, heißt es in einer Zusammenstellung von konkreten Empfehlungen.
So sei es sinnvoll, sich bei der Wahl des Internet-Providers nicht nur nach dem Preis zu richten, empfiehlt das BSI. „So sollten Sie beispielsweise darauf achten, dass Ihr Internet-Provider Sie aktiv vor Internet-Kriminalität zu schützen versucht.“ Als Beispiel wird die Mitwirkung des Providers in der Anti-Botnet-Initiative genannt - ein Botnet ist ein Zusammenschluss von infizierten Rechnern, die dann ohne Wissen des Besitzers für Angriffe auf andere Computersysteme fremdgesteuert werden.
Cybermobbing, Abofallen oder Pornografie - Eltern haben viele Gründe, um sich um die Sicherheit ihrer Kinder im Internet zu sorgen. Ihnen will die Verbraucherzentrale Sachsen anlässlich des „Safer Internet Days“ mit Rat zur Seite stehen. Den ganzen Tag lang ist unter 01802 556611 eine Hotline geschaltet. Dort beantworten Experten Fragen rund ums Netz, vom Herunterladen von Filmen oder Musik bis hin zum Datenschutz in sozialen Netzwerken. Jeder Anruf aus dem Festnetz kostet einmalig sechs Cent. Das Angebot gilt ausdrücklich auch für Lehrer.

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